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Hückeswagen: Politik will Tempolimits an der Bever

Hückeswagen : Politik will Tempolimits an der Bever

Der Bauausschuss hat sich geschlossen für Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Zufahrtsstraßen zur Bever ausgesprochen. Gemeinsames Ziel der Politiker aller Parteien im Rat ist es, den Verkehrslärm rund um die Talsperre zu reduzieren.

Das gab's so noch nie: In einem gemeinsamen Antrag machen sich alle sechs im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen für ein Anliegen stark - "und das zeigt, wie wichtig uns allen dieses Anliegen ist": Das sagte Hans-Jürgen Neuenfeldt (SPD) am Montagabend im Bauausschuss. Ziel ist es, den Verkehrslärm rund um die Bever deutlich zu reduzieren und damit den seit vielen Monaten zunehmenden Klagen von Anwohnern Rechnung zu tragen. In dem Antrag, dem der Ausschuss nach kurzer Debatte geschlossen zustimmte, fordern die Politiker Geschwindigkeitsbegrenzungen für bestimmte Abschnitte der meist befahrenen Zufahrtsstraßen ins Erholungsgebiet (K 11, K 12 und K 5). Dabei gehen sie davon aus, dass weniger Tempo auf den Straßen in der Summe auch zu weniger Lärm im Umfeld führen wird.

Die Stadt kann nicht von sich aus Tempolimits beschließen. Insofern wird mit dem Antrag zunächst einmal nur die Stadtverwaltung aufgefordert, sich dafür beim Oberbergischen Kreis und den zuständigen Behörden wie dem Straßenverkehrsamt stark zu machen. Die Verwaltung begrüße diesen Auftrag der Politik, unterstrich Bürgermeister Dietmar Persian im Ausschuss, denn: "Es ist wichtig, dass wir zu einer spürbaren Beruhigung an der Bever kommen." Das sei auch Ziel einer derzeit laufenden "konzertierten Aktion" unter Beteiligung des Kreises, der Kreispolizeibehörde und der Anlieger-Kommunen an der Bever (Hückeswagen, Radevormwald, Wipperfürth).

Hückeswagen: Politik will Tempolimits an der Bever
Foto: Georg Bortfeldt

Im Rahmen dieser Aktion laufen derzeit noch Verkehrszählungen, teilte der Bürgermeister den Politikern mit. Dabei gehe es darum festzuhalten, wie hoch die Verkehrsbelastung auf den Straßen rund um die Bever tatsächlich ist und wer dort überhaupt unterwegs sei. Im Fokus stehen also nicht nur Biker, die aus Sicht der Bürgerinitiative gegen den Motorradlärm die heftigste Geräuschkulisse verursachen, sondern auch Autofahrer. Das sei auch notwendig, unterstrich Christian Schütte (CDU). Geschwindigkeitsbegrenzungen seien nämlich auch notwendig, weil viele Autofahrer an schönen Sommertagen "wild" an den Zufahrtsstraßen und am Bever-Ufer parkten. Ohne Tempolimits wachse die Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer.

Persian rechnet damit, dass der Kreis die Ergebnisse der Verkehrszählungen in Kürze präsentieren wird. Dann werde in gemeinsamen Gesprächen diskutiert, ob und wo genau Geschwindigkeitsbegrenzungen als sinnvoll erachtet werden und welche "flankierenden Maßnahmen", zum Beispiel Überholverbote und Polizei-Kontrollen, außerdem zielführend sein könnten. Einfließen werden auch Vorschläge der Bürgerinitiative. Einige ihrer führenden Vertreter nahmen am Montag an der Ausschusssitzung teil. Ihre Anregung: Auch Teile der Bundesstraße 483 sollten in die Überlegungen einbezogen werden.

Die Politiker begrüßen die Verkehrszählung. Das unterstrichen Michael Wolter (UWG) und Jörg Kloppenburg (FDP). "Alle zukünftigen Entscheidungen müssen auf belastbaren Fakten basieren, die liefert uns die Zählung", sagte Wolter. Der Ausschuss-Vorsitzende Jörg von Polheim (FDP) stellte abschließend klar: "Unser gemeinsames Ziel ist es, den Verkehrslärm zu reduzieren - aber nicht unbedingt die Zahl der Menschen, die an der Bever Erholung suchen."

(bn)