Hückeswagen: Pianisten-Duo bedient jede Gefühlsebene

Hückeswagen: Pianisten-Duo bedient jede Gefühlsebene

Das Klavierduo Ruth Forsbach und Uta Klisch aus Remscheid hatte für das vierte Schlosskonzert der Saison am Samstagabend im Heimatmuseum ein abwechslungsreiches und vor allem sehr anspruchsvolles Programm mit Stücken böhmischer Komponisten zusammengestellt. Unter dem treffenden Titel "Aus Böhmens Hain und Flur" erhielten die knapp 40 Zuschauer einen musikalischen Höchstgenuss mit Klaviermusik zu vier Händen. Im Mittelpunkt des Konzerts standen die tschechischen Komponisten Antonin Dvorak und Friedrich (Bedrich) Smetana.

Die Pianistinnen hatten mit viel Gefühl Suiten aus Slawischen Tänzen und Legenden zusammengestellt, die von zart über rauschend bis fulminant jede Gefühlsebene erreichten. Bei dem Klassikkonzert durfte das wohl bekannteste Stück, "Die Moldau" (Vltava) aus dem sinfonischen Zyklus "Mein Vaterland" (Má Vlast), natürlich nicht fehlen. Dvorak, der wohl letzte Romantiker, schöpfte seine musikalischen Motive aus seiner Naturbegeisterung. Und so "malten" Ruth Forsbach und Uta Klisch förmlich mit ihrem Klavierspiel Landschaften im Mondschein ebenso wie wilde Stromschnellen.

Die Volkslied-Bearbeitungen des zeitgenössischen Komponisten Petr Eben fügten sich in den Konzertrahmen nahtlos ein. "Petr Eben ist zwar erst seit zehn Jahre tot. Er ist aber, ähnlich wie Bela Bartok, durch die Lande gezogen und hat Volkslieder aufgeschrieben", erläuterte Ruth Forsbach die kurzen Volksweisen, die von unglücklicher Liebe, grünen Wäldern und tiefen Moldauteichen handelten.

Weniger bekannt dagegen sind die Werke des tschechischen Komponisten und Dirigenten Miloslav Kabelac. Die fünf kleinen Sätze, die das Pianistinnen-Duo vortrug, waren geprägt von einer "bohrenden Melancholie", wie Ruth Forsbach es nicht besser hätte beschreiben können.

  • Hückeswagen : Schlosskonzert mit Ruth Forsbach und Uta Klisch

Die Zuschauer im Heimatmuseum genossen das Konzert teilweise mit geschlossenen Augen und ließen die Klaviertöne, die das Piano bis fast an seine Grenzen brachte, auf sich wirken. "Der Flügel ist etwas schwierig im Diskant", merkte Ruth Forsbach an, wobei der harte Klang der hohen Töne den Konzertgenuss in keiner Weise schmälerte. "Technisch ist das wirklich sehr gut gespielt", bestätigte Zuschauer Richard Marquardt, der mit seiner Ehefrau gerne die klassischen Beiträge der Hückeswagener Schlosskonzerte besucht.

Das letzte Schlosskonzert der Saison 2017/2018 folgt am Samstag, 21. April. Dann spielt das Klarinettentrio "Schmuck" unter dem Titel "Von Klassik bis Jazz" unter anderem Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart, Astor Piazzolla, Benny Goodman und Irving Berlin.

(heka)