Hückeswagen: Pflitsch entlässt und investiert

Hückeswagen: Pflitsch entlässt und investiert

Zum Jahresbeginn brach bei Pflitsch der Umsatz heftig ein. Alle Leiharbeiter wurden entlassen, 18 Stammkräften wurde gekündigt. Kurzarbeit ist nicht geplant. Die Firmenleitung will weiter in die Zukunft des Betriebs investieren.

Irgendwer muss zum Jahreswechsel auf die Bremse getreten haben. Und zwar kräftig. So plastisch schilderte Geschäftsführer Harald Pflitsch gestern im Pressegespräch die Lage seines Unternehmens. Hatte die Spitze des Kabelverschraubungsherstellers zum Jahresende noch gehofft, von der Wirtschaftskrise nicht sonderlich hart getroffen zu werden, brachen in den ersten beiden Monaten 2009 die Umsätze um bis zu 25 Prozent ein. Die Geschäftsführung hat reagiert: Nachdem schon die Leiharbeiter nicht weiter beschäftigt wurden, erhielten jetzt 18 fest angestellte Mitarbeiter ihre Kündigungen. "Wir sind mit ihnen sehr fair umgegangen", betonte Personalchef Dr. Hans Marenbach. Allen seien Abfindungen angeboten worden; die Hälfte habe bereits angenommen. Für Harald Pflitsch stellen die Entlassungen "eine Vorsichtsmaßnahme" dar. Damit soll etwa Kurzarbeit verhindert werden.

Betriebsleiter Volker Jung erinnerte sich an die Hochkonjunktur-Phase zurück, "als wir nicht mehr wussten, wie wir die ganze Arbeit auffangen sollten". So war Ende 2007 der bisherige Höchststand an Mitarbeitern (inklusive Leiharbeiter) verzeichnet worden, der bei 235 lag. Zum 31. Dezember 2008 beschäftigte Pflitsch noch 205 Männer und Frauen, jetzt schrumpft die Stammmannschaft auf 184 (darunter 14 Azubis). "Damit liegen wir aber noch über dem Stand von 2004", versicherte Marenbach. Vor fünf Jahren lag die Zahl der Mitarbeiter noch bei 158.

Wichtig bleibt für die Geschäftsleitung die Ausbildung. So sollen im Sommer sechs bis acht Azubis für den kaufmännischen und gewerblich-technischen Bereich eingestellt werden. "Bei uns geht Ausbildung vor Einstellung", betonte Harald Pflitsch. Und Volker Jung machte deutlich: "Es ist wichtig für uns, eigene Fachkräfte an das Unternehmen heranzuführen."

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Nach Jahren des Aufschwungs rechnet Pflitsch für dieses Geschäftsjahr — ein solches geht immer vom 1. Juli bis zum 30. Juni des nachfolgenden Jahres — mit einem Minus. Die 30,6 Millionen Euro Umsatz, die das Unternehmen im vorigen Jahr machte, "werden wir wohl nicht erreichen", vermutete Marenbach. Immerhin lag Pflitsch im ersten Halbjahr, also bis Ende Dezember, mit 14,8 Millionen "im grünen Bereich". Bis dato war sogar ein Plus von gut sieben Prozent im Vergleich zu 2007 erwirtschaftet worden. Und dann trat jemand kräftig auf die Bremse. . .

Weitere Berichte zur wirtschaftlichen Lage Hückeswagener Unternehmen finden sie im Internet unter

www.rp-online.de/hueckeswagen

(RP)
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