Hückeswagen: Pfleger kommen nicht durch

Hückeswagen : Pfleger kommen nicht durch

Die Schneemassen der zurückliegenden Wochen bereiten den ambulanten Pflegediensten große Probleme. Die Pflegekräfte haben Schwierigkeiten, bei ihren Kunden einen Parkplatz zu finden. Das führt nicht selten zu Ärger.

Zu ihren Nachbarn von der Weststraße hat Karin Herzog offenbar ein gutes Verhältnis. "Wir können momentan auch mal kurz in deren Einfahrt parken", berichtet die Inhaberin der Häuslichen Krankenpflege Herzog GbR. Denn auch auf den Parkplätzen vor der Pflegedienst-Zentrale auf dem Höchsten liegt bergeweise Schnee; Parkfläche ist mehr als knapp.

So viel Entgegenkommen finden die Mitarbeiter des Häuslichen Krankenpflege bei ihren Einsätzen nur selten. Zwar haben die Kunden laut Karin Herzog größtenteils Verständnis für die Situation und das wegen der schwierigen Verkehrsverhältnisse häufig verspätete Eintreffen. Nicht aber deren Nachbarn oder andere Verkehrsteilnehmer. "Wir werden immer wieder rüde angeraunzt", musste die Inhaberin feststellen.

Das größte Problem der Pflegedienst-Mitarbeiter ist das Parken. "Wir können die Autos ja schließlich nicht unter den Arm klemmen", meint Karin Herzog ironisch. Zwischen zehn und 40 Minuten brauchen die Mitarbeiter für die Pflege und Betreuung eines Patienten. "Dabei sind 40 Minuten nun wahrlich nicht die Regel", versichert die Inhaberin.

Ständig unter (Zeit-)Druck

Da die Schneeberge an den Straßenrändern, auf den Parkplätzen und vor den Garagen der Kunden inzwischen derart angewachsen sind, suchen die Mitarbeiter in ihrer Not natürlich woanders Parkplätze. Schließlich stehen sie ohnehin schon unter (Zeit-)Druck.

"In Bergisch Born zum Beispiel müssen wir uns ganz rechts an den Straßenrand stellen", berichtet Karin Herzog. Doch so mancher Anwohner oder Autofahrer hat dafür kein Verständnis. Die Folge: Die Pflegedienst-Mitarbeiter bekommen so manches böse Wort zu hören und dass sie gefälligst nicht hier parken sollen.

Solche Erfahrungen hat auch Claudia Henze gemacht. Die Leiterin der Diakonie-Pflegestation erzählt ebenfalls von Kunden-Nachbarn, die sauer sind, wenn die Pflegekräfte vor der soeben frei geschaufelten Garage parken (müssen). Aber es gibt auch nette Menschen: "Einige haben extra für uns einen Parkplatz vor dem Haus frei geschippt", versichert Claudia Henze.

Bislang seien ihre Mitarbeiter gut durch den schwierigen Winter gekommen. Allerdings lag auch einmal ein Wagen im Graben: In Reinsbach war er beim Ausweichen eines entgegenkommenden Autos zu weit nach rechts gesteuert worden und abgerutscht. Er musste frei geschleppt werden.

Pünktlichkeit ist kaum möglich

Die Mitarbeiter der Pflegedienste wünschen sich wohl alle, dass schnellstmöglichst Tauwetter einsetzt. Denn momentan brauchen sie schon für die Fahrt auf schneeglatten Straßen viel länger, hinzu kommt die Parkplatzsuche. "Wir schaffen es nicht, überall pünktlich zu sein", sagt Karin Herzog. "Dabei fangen wir schon früher an."

(RP)