Hückeswagen: Pfarrcäcilienchor hat wieder Dirigentin

Hückeswagen: Pfarrcäcilienchor hat wieder Dirigentin

Nach dem kurzen Gastspiel von Carsten Homberg, der seinen Posten zum Jahresende nach nur fünf Monaten aufgab, leitet nun die diplomierte Opernsängerin Christine Langmaack den katholischen Kirchenchor.

Es war ein kurzes Intermezzo: Carsten Homberg aus Lindlar hatte erst Anfang August seinen Posten als Leiter des Pfarrcäcilienchors der Katholischen Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt angetreten. Schon vor dem Jahreswechsel war die Zusammenarbeit jedoch bereits wieder aufgekündigt worden. Damit stand der Kirchenchor, der zuvor 13 Jahre lang von Inga Kuhnert geleitet worden war, erneut ohne Chorleitung da.

"Es hat hauptsächlich auf persönlicher Ebene zwischen Herrn Homberg und dem Chor nicht gepasst - noch gar nicht mal so sehr wegen des Repertoires", sagt die Chor-Vorsitzende Claudia Pille im Gespräch mit unserer Redaktion. So sei relativ schnell klar gewesen, dass die Zusammenarbeit keine Zukunft habe. Also mussten sich die Verantwortlichen erneut auf die Suche nach einer neuen Chorleitung machen.

Und sie waren recht schnell fündig geworden: Christine Langmaack, diplomierte Opernsängerin, Leiterin eines evangelischen Kirchenchors in Kürten-Bechen und Musikschuldozentin in Radevormwald, Hückeswagen und Wipperfürth, war auf Vermittlung des Chormitglieds Josef Wickenbrock ins Spiel gebracht worden. Er hatte bei der 56-Jährigen Gesangsunterricht genommen und ihr dann, als klar wurde, dass Homberg gehen würde, eine SMS geschickt: "Er hat mich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, den Kirchenchor zu leiten", sagt Langmaack. Da es in ihren Zeitplan gepasst habe, habe sie zugesagt.

Man habe die Entscheidung aber diesmal in aller Ruhe fällen wollen, betont Pille: "Wir haben es dieses Mal anders als beim letzten Mal gemacht." Damals habe man den Kandidaten zum einen über die Internetplattform Ebay - sicher nicht der direkteste Weg - gefunden und ihm auch relativ schnell den Zuschlag gegeben. "Wir haben jetzt in gegenseitigem Einvernehmen einen Probemonat vereinbart, damit beide Seiten sich in Ruhe ein Bild vom jeweils anderen machen können", sagt Pille. "Leider wurde ich dann zwar krank, aber wir haben dennoch insgesamt vier Mal gemeinsam geprobt", ergänzt Langmaack.

Die Chemie habe schon gleich am Anfang gestimmt, bestätigen sowohl die neue Chorleiterin als auch die Vorsitzende: "Schon nach der ersten Probe sind die ersten Sängerinnen und Sänger zu mir gekommen und haben gesagt: Die nehmen wir aber, ja?", erzählt Pille.

Langmaack betont, dass sie vom Niveau des Chors positiv überrascht worden sei: "Mir war schnell klar, dass ich den Chor nicht erst auf Vordermann bringen müsste - es war direkt ein schöner Chorklang vorhanden." Da Langmaack, die selbst aus einer Chorleiter-Familie stammt, noch keinen katholischen Chor geleitet habe, müsse sie noch die C-Ausbildung machen. "Das ist die Chorleiter-Ausbildung der katholischen Kirche", erläutert Pille. Die werde Langmaack nun in den nächsten Wochen und Monaten absolvieren.

Um sich auf die Arbeit mit einem Kirchenchor vorzubereiten, habe sie sich zunächst einmal mit Literatur zum Einsingen eingedeckt: "Das ist sehr wichtig, aber eben auch schwierig. Denn nicht jeder Chor mag jede Übung, es funktioniert auch nicht alles gleich gut", sagt die neue Dirigentin. Die erste Feuerprobe stand mit der Karfreitags-Liturgie und dem Ostersonntagsgottesdienst zudem direkt an: "Wir haben dafür jeweils drei Stücke einstudiert, darunter waren auch ganz neue Lieder", sagt die 56-Jährige. Im Juni sei zudem die Teilnahme an der Abschlussveranstaltung der Kirchenmusikwochen in Köln geplant: "Da dirigiere ich zwar nicht, aber es wird eine riesige Veranstaltung mit rund 12000 Sängerinnen und Sängern aus dem ganzen Bistum", sagt Langmaack. Mit einigen Chormitgliedern werde auch der Pfarrcäcilienchor dabei sein.

Für die Zukunft wünschte sich die neue Leiterin vor allem eines: "Mehr Tenöre - wie wohl jeder gemischte Chor", betont sie.

(wow)