Hückeswagen: Peter Sehnke und der Traum von Hawaii

Hückeswagen : Peter Sehnke und der Traum von Hawaii

Der Hückeswagener will beim Ironman auf Hawaii starten. Bis Oktober heißt es für ihn täglich: Schwimmen, Laufen oder Radfahren.

Einmal Hawaii. Am Strand liegen, die Sonne und kühle Getränke genießen. Peter Sehnke (50) träumt seit Jahren von Hawaii, doch nicht des Urlaubs wegen. Er will den Ironman absolvieren, den Ur-Triathlon, will 3,86 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer mit dem Rad fahren und 42 Kilometer laufen. Nacheinander und alles an einem Tag. "Hawaii ist der Ursprung des Triathlons", sagt Sehnke. Für ihn der 23. Triathlon und möglicherweise der Abschluss einer langen Karriere als Sportler.

Vor 19 Jahren ist der gebürtige Remscheider seiner Frau zuliebe nach Hückeswagen gezogen. Ein normaler Tag beginnt um halb sieben mit einer Stunde Schwimmen, dann gehts in Remscheid zur Arbeit beim Finanzamt, im Außendienst - abends, wenn seine zwei Söhne (sechs und neun) im Bett sind, geht er noch zwei Stunden im Keller mit dem Rennrad auf die Rolle. Diese kommt unter das Hinterrad und simuliert den Widerstand der Straße. Bei schönem Wetter und am Wochenende geht es mit dem Rad oder den Laufschuhen nach draußen. Laufen geht Sehnke aber nur noch zwei Mal pro Woche - seit einer Verletzung der Achillessehne vor ein paar Jahren musste er auf Schwimmen und Radfahren umstellen.

Für die Aussage mit dem "Schlussmachen" wird Sehnke von seinen Freunden gern belächelt. "Ich hab schon so oft gesagt, dass ich aufhöre", sagt er und schmunzelt. "Ideal wären ein bisschen Tischtennis, ein bisschen Laufen und noch mal nach Berlin." 14 Mal ist er den Marathon in Berlin schon gelaufen, ein Mal den in New York. "New York war was Besonderes, aber Berlin bleibt mir immer der Liebste", sagt Sehnke.

Das Training wird er gut gebrauchen können, der Ironman auf Hawaii macht es den Teilnehmern nicht einfach. Geschwommen wird im offenen Meer und ohne Neoprenanzug. "Der gibt schlechten Schwimmern zusätzlichen Auftrieb", erklärt Sehnke. Kopfhörer und Musik zur Ablenkung beim Laufen und Radfahren ist auch nicht erlaubt. "Das wird ein streckenweise sehr einsames Rennen." Mut schöpft Sehnke aus der Erfahrung seiner vier Triathlons auf Lanzarote. Im vorigen Jahr brauchte er dort 15 Stunden, das Limit auf Hawaii liegt bei 17 Stunden. "Selbst die Profis brauchen auf Lanzarote eine halbe Stunde länger, das gibt mir Hoffnung", sagt Sehnke.

Der Ironman auf Hawaii ist aber auch deshalb so besonders, weil die Teilnehmer sich dafür mit ihrer Leistung qualifizieren müssen. "Früher war das für mich nie ein Thema, dafür hätte ich den Triathlon in neun Stunden schaffen müssen", sagt Sehnke. Ein neues Programm ermöglichte ihm jetzt aber doch den Zugang. Dafür musste er in den letzten zwei Jahren je einen Triathlon absolvieren, und seine Bewerbung kam in eine Lostrommel. 2017 hatte er es bereits versucht, diesmal unterstrich er seine Bewerbung mit einem persönlichen Schreiben seines Werdegangs. "Ich schrieb von meinem Alter, meinen zwei Kindern und meiner Verletzung, aber das schreiben andere bestimmt auch", sagt der Hückeswagener. Das Schreiben scheint dennoch gewirkt zu haben, bereits eine Woche vor der Ziehung bekam er eine Zusage.

Ganz billig ist die Teilnahme am Ironman auf Hawaii nicht, allein die Anmeldegebühr beträgt 950 Dollar. Hinzu kommen Flug und Unterkunft - auch für seine Familie, die ihn begleiten und anfeuern will. "Sponsoren dafür zu finden, ist fast unmöglich", sagt Sehnke. Dennoch freue er sich über jede kleine Spende, die ihm seinen Lebenstraum ermöglicht. Bis zum 13. Oktober hat Peter Sehnke noch Zeit sich vorzubereiten. Dafür verzichtet er sogar auf sein geliebtes Glas Rotwein.

(cha)