Hückeswagen Persian: In Sachen Schulen kooperieren

Hückeswagen · Die Schullandschaft zukunftsfähig machen - das gehört zu den wichtigsten Dingen, die Bürgermeister Dietmar Persian und der neue Rat jetzt angehen müssen. Persian sieht das Heil dabei in der Kooperation mit den Nachbarstädten.

 Bei der Kooperation der Realschule mit der Grundschule konnten die jüngeren Schüler den älteren etwa bei Physik-Experimenten zuschauen. In der Schullandschaft von Hückeswagen, Wipperfürth und Radevormwald stehen demnächst jedoch womöglich ganz andere Kooperationen auf dem Plan.

Bei der Kooperation der Realschule mit der Grundschule konnten die jüngeren Schüler den älteren etwa bei Physik-Experimenten zuschauen. In der Schullandschaft von Hückeswagen, Wipperfürth und Radevormwald stehen demnächst jedoch womöglich ganz andere Kooperationen auf dem Plan.

Foto: Hans Dörner (Archiv)

Die Sekundarschule ist tot! Es lebe die Sekundarschule? Für Radevormwald könnte das eine Möglichkeit sein. Denn in der Nachbarstadt gibt es derzeit die Überlegungen, für das Schuljahr 2015/16 einen neuen Anlauf zu nehmen. Auch in Rade war die Sekundarschule an der fehlenden Resonanz gescheitert - lediglich 62 statt der benötigten 75 Anmeldungen waren im Frühjahr zusammengekommen. In Hückeswagen hatten immerhin 67 Eltern ihre Kinder an der Sekundarschule anmelden wollen, die im August im Gebäude der Realschule an den Start gehen sollte. Aber auch in der Schloss-Stadt war diese Schulform somit gescheitert.

Wobei Bürgermeister Dietmar Persian im Gespräch mit der BM betont: Die Sekundarschule sei nicht abgelehnt worden, sondern nicht zustandekommen. "Bei uns gab es sehr viele Befürworter. Wir haben aber das Problem, dass wir zu wenig Kinder haben und damit zu wenig Eltern, die sich für die Sekundarschule entscheiden konnten." Erich-Kästner-, Real- und Hauptschule seien sehr gute Schulen, die ganz tolle Arbeiten machten. Aufgrund der geringen Schülerzahl werde es die Stadt jedoch nicht schaffen, die drei guten Schulen so zu belassen, wie sie seien.

Persian schlägt daher vor: "Wir sollten gemeinsam mit unseren Nachbarkommunen Radevormwald und Wipperfürth ein Konzept erarbeiten." Mit seinen beiden Bürgermeister-Kollegen habe er diesbezüglich bereits Gespräche geführt. Das Konzept soll noch vor der Sommerpause den Hückeswagenern Politikern vorgestellt werden.

Zusammen mit Michael von Rekowski (Wipperfürth) und Dr. Josef Korsten (Radevormwald) schlägt Persian vor, ein gemeinsames Konzept auf Basis der Schulentwicklungspläne zu entwickeln, die es in allen drei Städten gebe. Sie sollten aktualisiert werden und somit Möglichkeiten, die es für eine sinnvolle Kooperation gibt, aufzeigen. "Das gilt dann nicht nur für Haupt- und Realschule, sondern auch für die Förderschule. Auch da brennt es uns unter den Nägeln", sagt der Hückeswagener Verwaltungschef. Die Gymnasien sollen ebenfalls in das Konzept mit einfließen.

Die Bürgermeister sind mit einigen Schulentwicklungsplanern im Gespräch. "Wir haben einen Favoriten, den wir der Politik vorschlagen, ihn zu beauftragen." Über die verschiedenen Möglichkeiten soll dann mit der Politik und den Schulleitungen diskutiert werden, um möglichst bis Jahresende eine Entscheidung zu treffen. Persian weiter: " Wir wollen spätestens im übernächsten Schuljahr starten."

Einen neuen Anlauf für eine Sekundarschule allein in Hückeswagen lehnt Persian ab - das Ergebnis würde nicht anders ausfallen als beim ersten Mal. Zu den Überlegungen in Rade, der Sekundarschule eine neue Chance zu geben, sagt er: "Wenn die Entscheidung so getroffen wird, ist das okay. Aber ob dann ein gemeinsames Konzept noch Sinn macht?" Er appelliert daher: "Lasst uns ein gemeinsames Konzept machen, gemeinsam Entscheidungen treffen, um dann entsprechend zu kooperieren." Es könne sein, dass dann eine Sekundarschule mit zwei Standorten herauskomme. Oder dass in einer Stadt die Hauptschule und in einer anderen Stadt die Realschule gestärkt werde. Gleiches gelte auch für die Förderschulen.

"Wir müssen das jetzt recht zügig machen, weil wir alle Sicherheit brauchen", stellt Persian klar. Die Eltern brauchen Sicherheit, ebenso die Schulen. Das habe Auswirkungen in alle Bereiche - selbst bis in die Löwen-Grundschule hinein. Der Verbund der ehemaligen Katholischen und der Gemeinschafts-Grundschule funktioniere gut. "Aber eine Dauerlösung mit den zwei Gebäuden an der Kölner Straße kann es nicht sein", macht der Bürgermeister unmissverständlich klar.

(RP)
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