OVAG hat Probleme mit der Beförderung von Schülern

Bürgermonitor: Eltern wünschen mehr Kommunikation

Vor allem bei Winterwetter hat es Probleme mit der Beförderung von Schülern nach Neuenherweg gegeben. Stadt spricht mit Busunternehmen OVAG und verspricht Besserung.

In der Schloss-Stadt gibt es einige Außenbezirke, die gerade für kleinere Kinder nicht mehr gut fußläufig zu erreichen sind. Neuenherweg gehört etwa dazu oder Pixberg und Kormannshausen. Aber auch dort wohnen Familien mit Kindern, die in die Grund- oder Realschule gehen. Dorthin müssen sie mit dem Bus fahren, wenn sie nicht von den Eltern gebracht werden können. Das wird mit den Schulbussen der OVAG, der Oberbergischen Verkehrsgesellschaft, erledigt. Diese sind im Auftrag der Stadt Hückeswagen unterwegs. Soweit die Theorie.

Für Steffi Sieberg, Helena Cyrus und Ira Reichelt, die in Neuenherweg wohnen und schulpflichtige Kinder haben, ist die Situation in den vergangenen Wochen allerdings nicht gerade zufriedenstellend gewesen. „Gerade dann, wenn draußen mal Schneeflocken runterkommen, sitzen wir oft zu Hause und warten, ob unsere Kinder mit dem Bus abgeholt werden“, sagt Sieberg. Insgesamt fünf Linien fahren morgens und mittags im Stadtgebiet die Schulen an. Die Linie 4 ist hierbei für den Bereich bis Pixberg zuständig. Dass dabei eine ganze Menge Jugendlicher aus Radevormwald in Rädereichen mit zur Hückeswagener Realschule genommen werden, ist hingegen lediglich ärgerlich, da die Busse dadurch übervoll werden, wie Cyrus sagt. „Gerade für Erstklässler ist es da schon schwierig, sich in einem übervollen Bus vernünftig festzuhalten.“

Manchmal, eben bei winterlichen Temperaturen, würde jedoch die Schleife nach Neuenherweg gar nicht angefahren. „Wenn ich draußen Schnee sehe, dann fahre ich meine Kinder sicherheitshalber direkt selbst“, sagt Sieberg. Schlimm sei hingegen, wenn die Kinder aus der Stadt nicht nach Hause gebracht würden. „Mein Sohn war in dieser Situation kürzlich so schockiert, dass er zu Hause geweint hat“, sagt Cyrus. Reichelt ergänzt: „Die Stadt und die Schulen sagen ja, dass sie von den Bussen angefahren werden, dann muss das auch gewährleistet werden.“ Ebenfalls unangenehm aufgefallen sei, dass Busfahrer offenbar die Strecke gar nicht kennen würden. „Die Kinder mussten oft sagen – hier abbiegen, jetzt anhalten. Das kann es aber doch nicht sein“, sind sich die drei Mütter einig.

Dabei sei man ja durchaus bereit, hinzunehmen, dass Busse einmal ausfallen können. „Aber dann bräuchten wir eben die entsprechenden Informationen“, sagt Cyrus. „Das sollte auch unter den Fahrern so sein – es ist immer wieder vorgekommen, dass der Anschlussbus am Hallenbad nicht auf den aus Wiehagen kommenden Bus gewartet hat“, sagt Sieberg. Vielleicht könnte die OVAG die Schulen informieren, so Sieberg. „Gerade dann, wenn die Kinder am Hallenbad quasi gestrandet sind, wäre es gut, wenn wir irgendwie Bescheid bekommen würden.“ Es gebe eine WhatsApp-Gruppe, in der die meisten Eltern in Neuenherweg seien, so könne man einander informieren. Die drei Mütter wünschen sich mehr Kommunikation mit dem Busunternehmen und der Stadt. Man hätte sich auch bereits mit beiden Parteien in Verbindung gesetzt.

Das stimme, bestätigt Alexander Stehl, Fachbereichsleiter Bildung und Soziales bei der Stadtverwaltung. „Uns haben dazu verschiedene Eltern Anfang des Jahres angerufen. Wir haben daraufhin direkt mit der OVAG Kontakt aufgenommen.“ Am 4. Februar habe man beim Busunternehmen um Klärung gebeten. „Und noch am gleichen Tag kam eine schriftliche und mündliche Rückmeldung. Wir stehen in einem sehr guten und regen Austausch miteinander“, sagt Stehl.

So habe die OVAG mitgeteilt, dass der betreffende Fahrer künftig nicht mehr auf dieser Strecke im Einsatz sei. „Man hat sich auch dafür entschuldigt und versprochen, dass künftig nicht mehr die Kinder darauf achten müssen, wohin der Bus fährt“, sagt Stehl. Seitdem habe es auch keine Beschwerden von Eltern mehr gegeben. Auch die Kommunikation wolle man künftig verbessern. „Die OVAG hat uns mitgeteilt, dass gerade bei einmaligen Lagen – also Glatteis oder starker Schneefall – die Möglichkeit bestehe, den Schulen Bescheid zu geben“, sagt Stehl. Die Stadtverwaltung werde nun gemeinsam mit den Schulen überlegen, wie auch morgens schnellstmöglich die Eltern kontaktiert werden könnten. „Es liegt uns sehr am Herzen, dass die Schulbeförderung reibungslos funktioniert.“

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