Oberberg: Wenn Geflüchtete zu Nachbarn werden

Kommunales Integrationszentrum: Wenn Geflüchtete zu Nachbarn werden

Gemeinsam mit 21 Teilnehmern wurde ermittelt, welche Rahmenbedingungen die Flüchtlingsarbeit des ländlichen Raumes braucht, damit Geflüchtete am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Zu den vielfältigen Aufgaben des Kommunalen Integrationszentrums (KI) Oberbergischer Kreis gehört die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements sowie die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Integration von Geflüchteten. Das KI lud die Haupt- und Ehrenamtlichen kürzlich zu einem kreisweiten Netzwerktreffen ein.

Gemeinsam mit 21 Teilnehmern aus dem gesamten Kreisgebiet wurde ermittelt, welche Rahmenbedingungen die Flüchtlingsarbeit des ländlichen Raumes braucht, damit Geflüchtete am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

In vielen Kommunen des Oberbergischen Kreises haben sich haupt- und ehrenamtliche Strukturen etabliert, die die Integration Geflüchteter unterstützen. Viele Geflüchtete haben Sprachkurse absolviert und sind zunehmend besser in der Lage, sich im Alltag in der deutschen Sprache verständlich zu machen und ihre Anliegen selbst vorzutragen. „Jetzt geht es mehr und mehr um Verselbständigung als ein Prozess, der beidseitig zwischen Geflüchteten und Helfern stattfinden soll“, erklärt Siegrid Ritzmann-Striss vom KI. Auf der einen Seite steht die Frage: Wieviel Alltagsunterstützung durch ehrenamtliche Begleitung ist wann notwendig, damit Geflüchtete zunehmend zu Akteuren ihrer Integration werden und im Gegenzug Ehrenamtliche sich nicht überfordern. Andererseits geht es darum, Geflüchtete mit Angeboten in der Kommune bekannt zu machen, zum Beispiel Nachbarschaftstreffs.

Ein Beispiel, wie das gelingen kann, zeigt die Arbeit des Vereins „Flüchtlinge werden Nachbarn in Ense“. Der Vereinsvorsitzende Daniel Keil sowie Anas Kallo, ein Vereinsmitglied aus Syrien, berichteten sehr lebendig, wie sie Geflüchtete in das Alltagseben der sauerländischen Kommune mit 14 Orten eingebunden haben. Als Verein haben sie gemeinsam mit Geflüchteten in vielen Arbeitseinsätzen einen offenen Treff errichtet. Hier treffen sich regelmäßig verschiedene Alterstruppen von Einheimischen und Geflüchteten und organisieren miteinander auch verschiedene Kulturveranstaltungen. Dieser Treffpunkt ist auch die zentrale Anlaufstelle für Fragen bei der Arbeits- und Wohnungssuche oder auf der Suche nach passenden Freizeitangeboten zum Beispiel in Sportvereinen. „Stabile und transparente Strukturen von Flüchtlingsinitiativen sind nötig, damit langfristig gemeinsam mit Geflüchteten wirksame Integrationsarbeit stattfinden kann. Deshalb haben wir uns vor zwei Jahren entschlossen, einen Verein für diese Arbeit zu gründen“ sagt Daniel Keil.

Um weiter gemeinsam an Lösungsansätzen zu arbeiten, wird das Kommunale Integrationszentrum am 26. Januar einen kreisweiten Workshop anbieten.

(s-g)
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