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Obebergs Landrat: Verzicht auf Gottesdienste aus Solidarität

Appell des Landrats des Oberbergischen Kreises : Hagt: Verzicht auf Gottesdienste aus Solidarität

Wenn kulturelle Veranstaltungen aktuell verboten sind und Gaststätten nicht öffnen dürfen, um dem Infektionsgeschehen Einhalt zu bieten, sollten Religionsgemeinschaften auch auf ihre Zusammenkünfte verzichten – das jedenfalls fordert Oberbergs Landrat Jochen Hagt.

Für viele Gläubige ist es auch in der Corona-Pandemie wichtig, zu beten – und das am liebsten in der Gemeinschaft. Doch bei solchen Versammlungen ist es mitunter schwer, die Abstandsregeln einzuhalten. Entsprechend war es, vor allem zu Beginn der Pandemie vor 13 Monaten, auch gerade in Gottesdiensten zu großen Infektionsausbrüchen gekommen. So gilt ab heute, Samstag, bis zum 2. Mai kreisweit auch wieder eine Einschränkung bei der Dauer von Gottesdiensten (50 statt 90 Minuten; die BM berichtete gestern). Verboten werden sie aber nicht, obwohl der Kreis das eigentlich wollte.

Landrat Jochen Hagt appelliert nun an sämtliche Glaubens- und Religionsgemeinschaften im Kreisgebiet, in den nächsten zwei Wochen von Präsenzveranstaltungen zur Religionsausübung abzusehen. Die Kreisverwaltung hatte nach intensiver Beratung in der Sitzung des Krisenstabs am Donnerstag beschlossen, im Rahmen der Allgemeinverfügung auch eine Verpflichtung zur Aussetzung von Präsenzveranstaltungen zur Religionsausübung anzuordnen. „Diesem Vorschlag ist das Land Nordrhein-Westfalen jedoch nicht gefolgt und hat das notwendige Einvernehmen nicht erteilt“, bedauert der Landrat.

Er könne vor diesem Hintergrund gegenüber allen Glaubens- und Religionsgemeinschaften nur appellieren, angesichts der ernsten Lage, bedingt durch eine hohe Inzidenz, einen hohen Anteil von Virusmutationen und einer maximalen Auslastung der Krankenhäuser auf die Durchführung religiöser Veranstaltung in Präsenz zu verzichten. Hagt: „Wie in so vielen Lebensbereichen der Menschen sind auch insofern schmerzliche Einschnitte erforderlich. Schon aus Solidarität gegenüber denjenigen Menschen, die in ihrer beruflichen Existenz gefährdet sind, gilt es für jeden von uns weiterhin Verzicht zu üben und Kontakte so weit als irgend möglich zu meiden.“

(büba)