Nur gemeinsam stark für ein besseres Hückeswagen

Ansichtssache : Mehr Rücksicht auf dem Radweg – mehr Spaß für alle

Rund ums Rad ging’s in der vergangenen Woche gleich zweimal: Die Stadtverwaltung äußerte sich zum Fahrradklima-Test 2018 – und die Kreispolizeibehörde sprach Radler bei einer Infoveranstaltung auf dem Radweg an.

Der Regionale 2010 und dem Engagement von Verwaltung und Politik ist es zu verdanken, dass Hückeswagen seit neun Jahren mit einem besonderen touristischen Pfund wuchern kann, was bis dato angesichts der bergischen Topografie kaum vorstellbar war: dem Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse. Seitdem es die gut ausgebaute Strecke zwischen Marienheide und Bergisch Born gibt, die nur an manchen Stellen moderate und im Zeitalter von E-Bikes unspektakuläre Steigungen aufweist, boomt der Radtourismus in der Schloss-Stadt. An diesem sonnigen Osterwochenende wird das wieder deutlich werden.

Doch der Erfolg des Radwegs hat auch seine Schattenseiten. Wo viel los ist und unterschiedliche Gruppen und vor allem Interessen aufeinandertreffen, ist der Ärger nicht weit. Der ist auf dem Radweg nicht selten. Vor allem dann, wenn Radfahrer – vornehmlich solche auf schnittigen Rennrädern – meinen, den Radweg als Hochgeschwindigkeitstrasse nutzen zu müssen. Das können sie auch. Aber bitte nur dann, wenn sonst niemand dort unterwegs ist. Befinden sich hingegen andere, langsamere Radfahrer oder Fußgänger auf dem Radweg, gilt eben nicht das Recht des Stärkeren, sondern steht die Rücksichtnahme im Vordergrund. Das hat auch die Polizei des Oberbergischen Kreises am Dienstag bei ihrer Informationsveranstaltung in den Wupperauen deutlich gemacht – Ziel muss es ein Miteinander aller Nutzer des Radwegs sein. Heißt, der Stärkere (bzw. Schnellere) muss auf die Schwächeren achten und seine Geschwindigkeit entsprechend anpassen.

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Polizei ist das Tragen eines Fahrradhelms. Ja, die Frisur ist nicht mehr die tollste, wenn der Helm für eine Pause im Eiscafé abgesetzt wird. Und es kann auch schon mal etwas warm darunter werden. Aber das dürfen keine Argumente sein, beim Radfahren auf ein Quantum Sicherheit zu verzichten. Der Helm kann nicht jede Verletzung verhindern, etwa wenn ein Radfahrer frontal von einem Auto erfasst wird. Aber er hilft doch, zumindest bei kleineren Unfällen Verletzungen zu minimieren oder auszuschließen.

STEPHAN BÜLLESBACH. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Was in diesem Zusammenhang überhaupt nicht geht, ist, dass Erwachsene in Begleitung von Kindern ohne Helm fahren. Das ist ein mehr als schlechtes Beispiel. Helm-Skeptiker sollten sich ein Beispiel an Skifahrern nehmen. Auf den Pisten ist es mittlerweile so, dass mindestens 95 Prozent aller Skifahrer einen Helm tragen. Das war vor einigen Jahren noch undenkbar, aber hier hat offensichtlich ein Umdenken eingesetzt hin in Richtung eigene Sicherheit.

Eine gute Botschaft gibt es aus dem Hückeswagener Rathaus, was das Radfahren in der Stadt betrifft: Der Bürgermeister hat angekündigt, dass die Schloss-Stadt noch fahrradfreundlicher werden soll. So kann sich Dietmar Persian vorstellen, weitere Verbindungen vom Radweg zu Wohn- und Gewerbegebiete zu schaffen. Doch zumindest in einer Sache hat die Stadt großen Nachholbedarf: Der Radweg muss viel häufiger vom Bauhof gesäubert werden. Nicht zuletzt zur besseren Sicherheit der Nutzer der Trasse.

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