Hückeswagen: NRW-Tag 2013 in Hückeswagen

Hückeswagen: NRW-Tag 2013 in Hückeswagen

Hückeswagen wird den Nordrhein-Westfalen-Tag in drei Jahren ausrichten. Das hat gestern das Landeskabinett entschieden. Damit kommt erstmals seit der Premiere der Großveranstaltung in 2006 eine Kleinstadt zum Zuge.

hat etwas mehr als 16 000 Einwohner – und wird 2013 an einem Wochenende rund eine halbe Million Menschen als Gäste begrüßen. So viele Besucher kamen bisher jährlich zu den NRW-Tagen, an deren Ausrichtung sich seit der Premiere 2006 in Düsseldorf nur deutlich größere Städte gewagt haben. Nach einem Ratsbeschluss vom November hatte Bürgermeister Uwe Ufer dennoch "kackfrech", wie er selbst einräumte, die Bewerbung gewagt und die Unterlagen kurz vor Weihnachten persönlich Ministerpräsident Jürgen Rüttgers überreicht. Der ließ die Staatskanzlei sämtliche Bewerbungen aus dem Land überprüfen. Die Wahl fiel auf Hückeswagen, das Kabinett stimmte gestern Nachmittag zu.

"Kackfrech" und überraschend

"Hückeswagen überrascht": Das ist der Slogan, mit dem Hückeswagen sich beworben hat. Überrascht war gestern der Bürgermeister selbst, als der Landtagsabgeordnete Peter Biesenbach ihm die Nachricht aus Düsseldorf überbrachte. Denn: Wirklich mit dem Zuschlag gerechnet hatte kaum jemand angesichts der Mitbewerber aus dem Kreis größerer Städte. Nach der ersten Überraschung gab sich Ufer auf Anfrage der BM gelassen: "Unsere Rechnung ist aufgegangen, wir haben auf den Überraschungseffekt gesetzt, das ist geglückt. Dass man uns diese Sache zutraut, ist schön. Wir werden beweisen, dass wir es können." Er hege die Hoffnung, dass Hückeswagen langfristig von der mit dem NRW-Tag verbundenen Image-Werbung profitiere. Ufer: "Deshalb wagen wir's ja."

Das "pfiffige Konzept", für die Stadt entwickelt von dem jungen Wuppertaler Kommunikationsdesigner Daniel Neisser, habe die Verantwortlichen bei der Sichtung der Bewerbungen überzeugt, sagte gestern der Hückeswagener Landtagsabgeordnete Peter Biesenbach auf Anfrage der BM. Außerdem habe Hückeswagen etwas zu bieten, womit keine andere Stadt aufwarten konnte: "Das Pfund, mit dem wir wuchern konnten, ist die Bever", sagte Biesenbach. Die Stadt und Danel Neisser hätten sie geschickt als Veranstaltungsort der besondern Art in die Bewerbung eingebaut.

Biesenbach selbst zeigte sich stolz, "dass wir es geschafft haben". Der CDU-Politiker, der kurz vor Weihnachten den Gesprächstermin mit Ufer und Rüttgers im Landtag arrangiert hatte, ergänzte im Gespräch mit der BM: "Ich gratuliere Uwe Ufer dazu, dass er diese Idee hatte, die wir damals alle als etwas spinnert eingeschätzt haben. Jetzt zeigt sich, dass auch kleine Städte erfolgreich Großes wagen können und dürfen."

Die Stadt kann nun erst einmal ihre Fühler nach Siegen und Bonn ausstrecken: Dort laufen derzeit die Vorbereitungen für die NRW-Tage 2010 und 2011.

Kommentar

Weitere Berichte zu der Hückeswagener Bewerbung im Internet unter

www.rp-online.de/hueckeswagen

(RP)