Katholische Volksschule Hückeswagen: Nostalgischer Rückblick auf die Schulzeit

Katholische Volksschule Hückeswagen : Nostalgischer Rückblick auf die Schulzeit

Vor 65 Jahren haben sie ihren Abschluss an der früheren Katholischen Volksschule an der Kölner Straße gemacht. Am Donnerstag trafen sich 13 ehmalige Schülerinnen und Schüler in Mikos Restaurant am Bahnhofsplatz.

Viel zu erzählen hatten die ehemaligen Schülerinnen und Schüler der früheren Katholischen Volksschule an der Kölner Straße. Kein Wunder, denn bei ihrem Klassentreffen am Donnerstagmittag in Mikos Restaurant am Bahnhofsplatz konnten sie immerhin auf 65 Jahre seit ihrem Schulabschluss zurückblicken. „Außerdem sind wir alle – oder werden es demnächst – 80 Jahre. Das ist doch ein guter Grund zum Feiern“, sagte Erika Herzog-Kleinmann.

Sie würden sich seit fünf Jahren regelmäßig einmal im Jahr treffen, ergänzte Gerhard Franzke. „Wir werden natürlich immer weniger, aber wir sind derzeit eine Gruppe von 16 ehemaligen Schülern. Und der Zusammenhalt ist gut, ein Anruf genügt, und wir haben einen neuen Termin“, erzählte Franzke. Gisela Hörter ergänzte: „Die meisten von uns sind in der Umgebung geblieben – Hückeswagen, Wipperfürth, Wermelskirchen. Eine Mitschülerin wohnt in Augsburg. Unsere Treffen legen wir dann immer zu der Zeit, wenn sie in Hückeswagen ihre Schwester besucht.“

Natürlich ging der Blick auf die Schulzeit zurück. Eingeschult wurden die Jungen und Mädchen unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1946. „Aber nicht wie damals üblich im Herbst. Denn 1945 gab es einfach nicht genügend Lehrer, so dass wir erst um Ostern 1946 eingeschult wurden“, erinnerte sich Gisela Hörter. Dadurch seien sie ein wenig älter und reifer gewesen. „Ob sich das in unserem Verhalten widergespiegelt hat? Das entzieht sich meiner Kenntnis“, sagte die 80-Jährige schmunzelnd.

Zudem sei der damalige Jahrgang mit etwa 100 Kindern sehr groß gewesen. „Das lag auch am Krieg. Denn unser Jahrgang umfasste 15 Monate, von Januar 1939 bis Ende März 1940“, sagte Gisela Hörter. Der erste Lehrer sei ein sehr lieber Mensch gewesen, berichtete Erika Herzog-Kleinmann. „Lehrer Kehlenbach war vom ganzen Wesen her toll. Leider ist er sehr früh gestorben, noch während unseres ersten Schuljahrs.“ Aber auch Kehlenbachs Nachfolgerin, ein Fräulein Wagner, sei in guter Erinnerung geblieben. „Sie war sehr fröhlich, wir haben mit ihr viel gesungen“, sagte Gisela Hörter.

Allerdings hätten die Schülerinnen und Schüler, die von Anfang an gemeinsam unterrichtet wurden, durchaus Respekt vor den Lehrern gehabt. „Ja, wir haben durchaus regelmäßig noch Prügel bekommen. Dadurch hatte man natürlich bisweilen auch Angst vor den Lehrern. Wir sind aber insgesamt sehr gerne in die Schule gegangen“, versicherte Gisela Hörter.

Gerhard Franzke fügte hinzu: „Ich war einer der Schüler, der den gleichen Heimweg wie die Lehrer hatte. Und für den Rektor Groß musste ich in der Pause immer Brötchen und Leberwurst besorgen.“ Einmal sei er selbst in den Genuss des Frühstücks gekommen, wie er lachend sagte: „Ich war zuerst beim Metzger und habe die Leberwurst besorgt. Aber ich musste zu verschiedenen Bäckern wegen der Brötchen. Und so war ich erst nach Ende der Pause wieder in der Schule.“ Dann habe der Lehrer das Frühstück nicht mehr gewollt und es seinem Schüler überlassen. Geschichten wie diese wurden beim Klassentreffen am Donnerstag zuhauf ausgetauscht.

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