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Hückeswagen: Niemand muss einsam und alleine sterben

Hückeswagen : Niemand muss einsam und alleine sterben

Wenn Menschen alt werden, haben sie häufig keine nahen Angehörigen und manchmal auch keine Freunde mehr. In der letzten Phase des Lebens allein und dann im Sterben einsam sein, muss aber niemand. Schon 1999 hat sich in Hückeswagen die Hospizgruppe gebildet, die heute 80 Mitglieder hat.

Im Sozialausschuss berichteten jetzt der stellvertretende Vorsitzende, Gerd Prinz, und Petra Dahm, eine von zwei hauptamtlich tätigen Koordinatorinnen, über die Arbeit der Hospizgruppe. Im Jahr 2016 haben die Aktiven demnach 41 schwerstkranke Menschen im letzten Stadium ihres Lebens und im Sterben begleitet. 14 neue Begleitungen sind aktuell hinzugekommen. "Wir legen dabei viel Wert auf eine sehr individuelle Begleitung", betonte Petra Dahm. "Manchmal sitzen wir nur still bei einem Todkranken am Bett, manchmal unternehmen wir aber, sofern die Krankheit es zulässt, auch Spaziergänge mit jemandem." Sie seien entgegen manchen Vorurteilen nicht die Trauerklöße vom Amt, sondern versuchten, noch schöne Dinge mit den Menschen zu machen.

Wenn Schwerstkranke noch Familie haben, werden die Einsätze mit ihr abgesprochen. Denn es geht den Hospizhelfern auch darum, Angehörige zu entlasten. Nicht übernommen werden pflegerische Arbeiten, denn dafür sind die Hospizhelfer nicht ausgebildet.

Finanziert wird ihre Arbeit zum Teil über die Krankenkassen, die pro Begleitung einen Zuschuss von rund 300 Euro bezahlt, zum größeren Teil aber über Spenden. Sie werden unter anderem benötigt, um die Dozenten für die Fortbildungen zu finanzieren, das im vorigen Jahr neu bezogene Büro an der Goethestraße 8 und das Gehalt für die hauptamtlich in Teilzeit tätigen beiden Koordinatorinnen zu bezahlen. Für die betroffenen Patienten und Angehörige ist die Begleitung in jedem Fall kostenfrei.

Wer sie in Anspruch nehmen will, kann sich direkt an die Hospizgruppe wenden. "Telefonisch sind wir rund um die Uhr und auch am Wochenende erreichbar", berichtete Petra Dahm im Ausschuss. Längst bekannt ist das überkonfessionelle Angebot bei Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in der Region, mit denen die Hospizgruppe eng zusammenarbeitet. Dass schwerstkranke und sterbende Menschen zu Hause begleitet werden, ist heute eher die Ausnahme. Die meisten leben nicht bis zum Tod in der eigenen Wohnung oder bei Angehörigen.

Nach dem Tod eines Menschen kümmern sich die drei Trauerbegleiter der Gruppe um Angehörige, wenn diese psychische Hilfe und Unterstützung brauchen. Auch dieser humane Dienst am Menschen ist für die Betroffenen kostenfrei. Petra Dahm: "Wir würden gerne in Zukunft auch eine offene Trauergruppe anbieten, aber dafür haben wir noch zu wenige Ehrenamtler mit der entsprechenden Zusatzausbildung."

Wer mehr über die Hospizgruppe wissen will, bekommt weitere Informationen im Internet unter www.hospizgruppe-hueckeswagen.de. Telefonisch sind die Koordinatorinnen unter Tel. 9334858 oder mobil unter 0177 7670686 zu erreichen.

(bn)