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Neujahrsempfang in Hückeswagen

Neujahrsempfang des Bürgermeisters in Hückeswagen : „Wir sind eine starke Gemeinschaft“

Zum Neujahrsempfang waren am Sonntag rund 150 Bürger und Vertreter aus Vereinen, Institutionen, Parteien und Kirchen gekommen. Der Bürgermeister hob erneut das soziale Miteinander und die starke Gemeinschaft in der Schloss-Stadt hervor.

Wer Sorge hatte, dass sich die Schloss-Stadt im Haushaltssicherungskonzept nicht weiterentwickelt, wurde spätestens beim Neujahrsempfang des Bürgermeisters eines Besseren belehrt. Am Sonntag zählte Dietmar Persian in seiner Neujahrsansprache zahlreiche geplante Projekte auf, die im Jahr 2019 in Angriff genommen werden sollen – darunter der Bau des neuen Feuerwehrhauses und der Grundschule im Brunsbachtal sowie der großflächige Glasfaserausbau, insbesondere in den Außenbereichen.

Viele Projekte beruhen auf dem sozialen Engagement der Bürger, ohne dass es viele Angebote in Hückeswagen nicht geben würde. Ein Beispiel ist die neu gegründete Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzkranken. Die „Hückeswagener Helferlein“ sind Menschen, die sich ehrenamtlich um ältere Menschen kümmern und sie durch kleine Hilfsdienste unterstützen. Dietmar Persian erwähnte unter anderem die Engagierten des Freundeskreises Johannesstift, des Städtepartnerschaftskomitees, des Flüchtlingsnetzwerks und der Stadtbibliothek. Aber auch in der Werbegemeinschaft und im Stadtmarketing gebe es viele engagierten Menschen, die sich für Lebensqualität in Hückeswagen einsetzen. „Unsere wichtigste Aufgabe ist es, dass niemand in unserer Stadt sich verlassen fühlt, dass niemand an den Rand gedrängt wird, dass niemand alleine gelassen wird. Das ist nicht nur Aufgabe der Stadt, es ist unsere gemeinsame Aufgabe“, sagte der Bürgermeister und erntete viel Applaus von den Bürgern, die am Sonntag der Einladung zum Neujahrsempfang gefolgt waren.

Niemand soll allein gelassen werden, lautete die Botschaft, denn Zukunftsängste und Überforderung hätten negative Auswirkungen: Nationalsozialistische und europakritische Bewegungen in den Ländern der EU verstärken sich. Der gebürtige Hückeswagener, Jonathan Lessing, hat mit rund 30 Mitstreitern vor Kurzem die Europapartei „Young European Spirit“ gegründet (die BM berichtete), um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Persian begrüßte Jonathan Lessing unter den anwesenden Gästen im Museum. „Nun bin ich nicht unbedingt der Meinung, dass wir eine weitere politische Partei brauchen. Aber wir brauchen eine Begeisterung für Europa, einen neuen europäischen Geist“, sagte der Bürgermeister und forderte die Anwesenden auf, sich an der Europawahl am 26. Mai zu beteiligen. „Ob Europa gelingt, das entscheidet sich auch in unserer kleinen Stadt“, sagte er und fügte hinzu: „Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Menschen in unserer Stadt zuversichtlich und ohne Zukunftsängste nach vorne schauen können und gerne hier leben. Ich tue das, weil ich überzeugt bin, dass wir eine starke Gemeinschaft sind“.

Diakon Burkhard Wittwer von der katholischen Kirchengemeinde appellierte an die Menschlichkeit jedes Einzelnen, gerade in Zeiten, wo Länder Abschottung und Ausgrenzung betreiben. „Die sogenannten ‚sozial Schwachen‘ haben oft mehr Familiensinn als die Elitären“, betonte Wittwer. Die königliche Würde trage jeder Mensch in sich und so solle man sich auch begegnen.

Pünktlich zum Dreikönigstag brachten die Sternsinger den Segen zu den Gästen des Neujahrsempfang. Die jüngste Chorgemeinschaft in Hückeswagen, der Frauenchor Schückhausen, bereicherte den traditionellen Neujahrsempfang im Heimatmuseum mit christlichen und weltlichen Liedern.