Hückeswagen: Neuer Erzbischof weckt Hoffnungen

Hückeswagen : Neuer Erzbischof weckt Hoffnungen

Rainer Maria Woelki ist Nachfolger von Joachim Kardinal Meisner als Erzbischof von Köln. Bei den Katholiken in Hückes-wagen stößt die Personalentscheidung des Vatikans auf Zustimmung. Pfarrer Marc D. Klein kennt Woelki seit Jahren.

Für Pfarrer Marc Dominikus Klein vom katholischen Seelsorgeverband Radevormwald-Hückeswagen war die Entscheidung des Papstes und der Bischofskongregation eine Überraschung: "Als Rainer Maria Woelki vor drei Jahren nach Berlin ging, gab es zwar immer mal wieder den Verdacht, dass er nach Köln zurückkehrt. Da er sich dort aber gut eingeführt und vieles angestoßen hatte, obwohl er keinen leichten Stand hatte, habe ich doch nicht damit gerechnet", sagt Klein.

Er kennt den neuen Erzbischof seit vielen Jahren. "Als ich Kaplan in Altenkirchen war, übernahm Woelki die Firmung in der Gemeinde", erinnert sich der Pfarrer. Und vor seinem Wechsel nach Berlin konfirmierte Woelki viele Hückeswagener Jugendliche. "Meinen Lebensweg hat er also immer wieder gekreuzt", sagt Klein, der Kontakt zu Woelki hielt, in dem er ihm regelmäßig den Pfarrbrief aus dem Bergischen an die Spree schickte.

Klein freut sich auf die Rückkehr von Woelki. "Als Erzbischof ist er ein Glücksfall", sagt er. Das passe alles. Schon vor Jahren habe ihm Woelki das "Du" angeboten, das zeige eine gewisse Vertrautheit. "Jetzt als Kardinal und Erzbischof werden wir sicher einen anderen, aber nicht minder vertrauensvollen Umgang miteinander pflegen", glaubt Klein. Auf jeden Fall sei die Verbindung von gegenseitigem großen Respekt geprägt. Da der Titel "Kardinal" zu Woelkis Namen gehöre, werde er "Kardinal Reiner" weiter duzen. Auch das drücke den Respekt aus.

Klein glaubt, dass die Herausforderungen für Woelki in seinem neuen Amt groß sind. "Er wird es nicht leicht haben, zumal das Erzbistum Köln viel größer ist als das in Berlin", sagt der Pfarrer. In Zukunft gebe es viele Probleme zu lösen. Klein nennt die dringend nötige Verwaltungsreform und damit einhergehende Vereinfachungen. Außerdem gehe es darum, pastorale Schwerpunkte neu zu definieren, das Erzbistum strukturell zu verschlanken, sich wahrscheinlich von Gebäuden und Kirchen zu trennen und zu prüfen, was sich die katholische Kirche künftig noch leisten kann. "Auch die Rolle des Ehrenamts und der Umgang mit weniger Priestern wird Woelki beschäftigen", glaubt Klein. Immerhin gebe es Prognosen, dass es 2040 nur noch ein Drittel der heutigen Priesterstellen geben wird.

Der Pfarrer glaubt, dass Woelki mit seiner Rückkehr an den Rhein einen Heimvorteil genießt. "Eigentlich werden ja lieber Kandidaten von außerhalb genommen, weil der Prophet im eigenen Land oft nichts zählt und so der Klüngel vermieden werden soll", sagt der Pfarrer. Bei Woelki sei das anders, denn er kenne die Situation des Bistums, könne gut vermitteln und die Mitarbeiter entsprechend motivieren. Zudem habe sich Woelki in Berlin weiterentwickelt und mehr über den Tellerrand geschaut.

Klein bezeichnet den neuen Kölner Erzbischof als zurückhaltend, bedächtig und mit einem großen Vertrauen in die Menschen. Er spreche Themen offen an, weiche nicht aus und sage, was er fühle und meine. "Er hat Emotionen, die er vermitteln kann, ist offen und nicht verschlossen." Woelki zeichne sich durch Geduld aus, was ihn von seinem Vorgänger unterscheide. Er könne zuhören, andere Meinungen aufnehmen, verarbeiten und in Ruhe entscheiden.

Klein hofft nun, dass Woelki mit seiner ausgeglichenen Art in Köln den nötigen Rückhalt und eine klare Linie findet.

(RP)
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