Neubau statt "Haus Hartmann" in Hückeswagen

Auf Gelände des früheren „Haus Hartmann“: Start für Neubau an der Schnabelsmühle

Nach dem Abriss des traditionsreichen „Haus Hartmann“ zu Jahresbeginn haben die Erdarbeiten begonnen. Ab Ende Juli soll der Rohbau hochgezogen werden, im Herbst 2019 sollen die acht Wohnungen bezugsfertig sein.

Hochbetrieb an der Schnabelsmühle am Dienstagmorgen. Auf dem Sportplatz findet Sportunterricht statt, auch direkt daneben ist geschäftiges Treiben zu beobachten: Die Baugrube für den Neubau auf dem Gelände, wo bis Januar noch die Traditionsgaststätte „Haus Hartmann“ gestanden hatte, ist bereits zu großen Teilen ausgehoben. Anfang voriger Woche hatte das Tiefbauunternehmen damit begonnen, berichtet Ilse Schnabel, die das Grundstück mit dem alten Gebäude im vorigen Jahr erworben hatte (s. Info-Kasten). Bis Mitte kommender Woche sollen die Erdarbeiten beendet sein – dann dürften etwa 1200 Kubikmeter Lehm und Steine bewegt worden sein.

Die Baufortschritte können Ilse und Uwe Schnabel ganz bequem beobachten, wohnen sie doch nur wenige Meter entfernt auf der anderen Seite des Parkplatzes an der Schnabelsmühle. Im Februar vorigen Jahres sollte das „Haus Hartmann“ versteigert werden, doch niemand hatte ein Angebot abgegeben. Die Idee, das Gebäude zu erwerben, war dann dem Ehepaar gekommen, weil Uwe Schnabel im hinteren Teil ein Lager angemietet hatte.

So soll einmal der Neubau aussehen – von der TBH-Halle aus gesehen. Foto: Architekturbüro Antje valk

Der 45-Jährige ist Sanitär- und Heizungsinstallateur und führt von der Schnabelsmühle aus einen kleinen Handwerksbetrieb mit vier Mitarbeitern. Seine Frau, eine gelernte Sparkassen-Fachwirtin, ist seit geraumer Zeit für die kaufmännischen Abläufe des Handwerksbetriebs verantwortlich. Schnabel hätte mit dem Lager woanders hinziehen müssen, was er aber nicht wollte. Nun bauen die beiden an der Stelle des abgerissenen Gebäudes ein neues Wohn- und Geschäftshaus – im Erdgeschoss entstehen ein Lager und ein Büro für den Handwerksbetrieb, zudem befinden sich in dem Haus nach der Fertigstellung sieben barrierefreie Mietwohnungen zwischen 80 und 120 Quadratmeter. In die Erdgeschosswohnung wollen die Eigentümer selber einziehen.

Der Neubau, dessen Grundfläche sich über etwa 500 Quadratmeter erstrecken wird, wird teilunterkellert – den Bewohner stehen später insgesamt 200 Quadratmeter an Kellerräumen zur Verfügung. „Diese Größe reicht aus“, versichert die Bauherrin im Gespräch mit unserer Redaktion.

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Voraussichtlich Anfang August wird die Bodenplatte gegossen, danach wird der Rohbau hochgezogen. Diese Arbeiten sollen bis zum Jahresende beendet sein, damit dann der Innenausbau vorgenommen werden kann. Die Installation der sanitären Einrichtungen übernehmen dabei natürlich Uwe Schnabel und sein Team selbst. „Wir rechnen damit, dass das Haus im Herbst 2019 bezugsfertig sein wird“, sagt Ilse Schnabel.

Fünf Wohnungen seien bereits vermietet, die Interessenten erfuhren über den Neubau vor allem über Mund-zu-Mund-Propaganda und die Zeitungsberichterstattung. Unter den künftigen Bewohnern seien viele aus der Nähe, die im Bereich Schnabelsmühle wohnen bleiben wollen, erzählt die Bauherrin. „Der große Zuspruch ist erfreulich, da wir ein großes Projekt in Angriff nehmen“, betont Ilse Schnabel, die keine Sorgen hat, die restlichen zwei Wohnungen nicht vermietet zu bekommen.

Eine Gaststätte wird es in dem Neubau allerdings definitiv nicht mehr geben. Zwar hätte es durchaus ein Besucherpotenzial angesichts des nahen Radwegs und des Wanderwegs entlang der nur wenige Meter entfernten Wupper-Vorsperre gegeben, aber Ilse und Uwe Schnabel hatten sich nach intensiven Gedanken darüber doch gegen ein Lokal entschieden. „Wir hatten Bedenken, den richtigen Pächter zu finden, der auch noch langfristig bleibt“, gesteht die Eigentümerin.

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