Hückeswagen: Nachtwache im Kindergarten

Hückeswagen : Nachtwache im Kindergarten

Damit Kinder in der Kita übernachten dürfen, müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden, um die Sicherheit der zu gewährleisten. Der Kreis hat einen Flyer mit Informationen zusammengestellt.

Der Abschluss der Kindergartenzeit ist für viele Kinder etwas ganz besonderes. Der Übergang zur Schule naht, die Kinder müssen ein Stück selbstständiger werden. Damit das leichter gelingt und mehr Spaß macht, bieten viele Kindergärten und Kitas Übernachtungen an. Da die Gebäude dafür aber nicht gebaut wurden, sind dort auch keine Rauchmelder in den Schlafräumen vorgeschrieben. Damit im Falle eines Feuers trotzdem alles gut geht, hat der Oberbergische Kreis einen Flyer mit allen wichtigen Informationen verteilt.

Die Übernachtung im Kindergarten ist der große Wendepunkt, bevor es zur Schule geht. "Am Tag machen wir eine Abschlussfahrt, zum Beispiel zum Kettler Hof", sagt Barbara Renzel, Leiterin der katholischen Kita St. Mariä. Danach gebe es ein gemeinsames Abendbrot, für das die Kinder zuvor das Essen aussuchen konnten. "Oft proben wir auch noch für den Abschlussgottesdienst am nächsten Tag", sagt Renzel. Eine Nachtwanderung habe es auch schon gegeben, das sei aber davon abhängig, wie das Wetter ist und wie fit die Kinder noch sind. Nach einem anstrengenden Tag wollten die meisten lieber ins Bett. "Nach einer hoffentlich tränenfreien Nacht wird dann zusammen mit einem Elternteil gefrühstückt", sagt Renzel. Im Anschluss gehe es in den Gottesdienst und zum Andenken bekomme jedes Kind noch eine Fotomappe. Einen festen Termin für die Übernachtung gibt es noch nicht, angepeilt wird Ende Juni, Anfang Juli.

Die Kinder der evangelischen Kindertagesstätte "Gerda Franke" übernachten alle zusammen im Turnbereich der Kita. "Auch dort haben wir jetzt einen Rauchmelder angebracht", sagt Katrin Weiler, Leiterin der Kita. Der zusätzliche Rauchmelder ergänzt die bereits vorhandenen in den Fluren und Treppenhäusern. Damit ist es aber noch nicht getan, die Broschüre des Kreises empfiehlt zusätzlich eine permanente Nachtwache. "Das hat uns schon vor Probleme mit dem Arbeitsschutz gestellt", sagt Weiler. Ein Mitarbeiter komme nun ausschließlich für die Nachtwache und habe tagsüber frei.

Grundsätzlich sollen Kitas drei Wochen vor der Übernachtung bei Feuerwehr und Rettungsleitstelle Bescheid geben. Denn normalerweise würde die Feuerwehr nachts nicht davon ausgehen, dass in einem Kindergarten Menschen sind. Wird die Übernachtung aber vorher angemeldet, wissen die Helfer, dass auch Menschen gerettet werden müssen und nicht nur das leere Gebäude brennt. Einen Schritt weiter ging das Bauministerium NRW in einem Erlass im Februar: "Gebäude müssen eine Baugenehmigung haben, in der die Nutzung der Räume geregelt ist. In der Regel ist die Erlaubnis für Übernachtungen in Kindergärten nicht vorgesehen. Deshalb sind Übernachtungen genehmigungspflichtig."

Dass es auch kompliziert gehen kann, hat die Stadt Gummersbach gezeigt. Hier müssen Kitas einen Antrag auf Umnutzung stellen. "Das kann den Träger vor sehr hohe Kosten stellen", sagt Jürgen Gogos, Fachberater für die Awo-Kitas im Bergischen. Gummersbach sei aber die einzige Stadt, die das so handhabe. Andere Kommunen im Bergischen würden bei Einhaltung der Kreisvorgaben eine Ausnahme pro Jahr zulassen. Daher können sich auch die Kinder der Hückeswagener Kitas Kreuzkirche und Arche auf ihre Übernachtungen freuen, ebenso wie die Kinder der Kitas "Johanna Heymann" und "Margarete Starrmann" der Awo.

(cha)
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