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Hückeswagen: Nachlass Schnabel im Archiv

Hückeswagen : Nachlass Schnabel im Archiv

Das Stadtarchiv Hückeswagen ist seit gestern um wertvolle Dokumente reicher. Der Nachlass der Familie Schnabel in Form von Fotos oder Verträgen ist dank der Initiative von Hella Krumm nun für alle zugänglich.

Ein Befreiungsschlag musste her: Mit dieser Absicht kam gestern Hella Krumm ins Büro des Bürgermeisters. Unter dem Arm trug die Stadthistorikerin einen Stapel Unterlagen. „Ich muss mich davon befreien, ich kann nicht alles hinterlassen“, sagte sie zur Begrüßung. Stadtarchivarin Iris Kausemann und Bürgermeister Uwe Ufer zeigten sich hoch erfreut. „Das ist ein Riesenstück Stadtgeschichte, es geht schließlich um die für Hückeswagen lange bedeutsame Tuchindustrie“, betonte Ufer.

Die historischen Dokumente, die Hella Krumm dem Stadtarchiv übergab, bestehen im Wesentlichen aus Fotos, Kaufverträgen und Büchern. „Darunter befinden sind historisch wertvolle Schriftwechsel mit Briefköpfen und Werbeprospekten. Sie sind hoch interessant für Experten, die zur Industriegeschichte forschen wollen“, sagte Iris Kausemann. Im Vorfeld hatte sie eine Bestandsliste angefertigt. Die Unterlagen stammen aus dem Zeitraum von 1776 bis 1920 und umfassen zwei Archivkartons. Unter anderem befinden sich auch Fotos aus dem Johannesstift darin, die ältere medizinische Einrichtungen zeigen.

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Angefangen hatte bei Hella Krumm alles mit einem Fund im Familiennachlass. Franz Schnabel aus der berühmten Tuchmacherfamilie war ihr Urgroßvater väterlicherseits. Caroline Leverkus aus der Wermelskirchener Apothekerfamilie und damit der Keimzelle des Bayerkonzerns ist die Urgroßmutter. Unter anderem befand sich auch die Familienchronik der Leverkus‘ darunter. „Ich habe mich dann entschlossen, die Chronik fortzuführen“, erzählte Hella Krumm. Über viele Jahre hinweg hatte sie im Zeitungsarchiv der Stadt nach Spuren der Vorfahren gesucht. Band für Band hatte sie durchgearbeitet.

Die Heimatforscherin hat in der Zwischenzeit schon so manchen historischen Beitrag verfasst. Zuerst erstellte sie in den 1980er Jahren eine Chronik für die Hauptschule. Später folgten zahlreiche Beiträge über die Hückeswagener Häuser. Viele von ihnen sind in „Leiw Heukeshoven“ erschienen. Auch gesammelte Werke und Dokumente zu anderen größeren Unternehmen wie Klingelnberg hatte sie dem Stadtarchiv übergeben.

In den gestern übergebenen Dokumenten befinden sich auch interessante Details zum großen Kriegerdenkmal an der Bahnhofstraße. So war beispielsweise der Abbau der Soldatenfigur während des Zweiten Weltkriegs stark umstritten.

(RP)