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Nachbarschaftshilfe in Hückeswagen: Die Helferlein brauchen Verstärkung

Nachbarschaftshilfe in Hückeswagen : Die Helferlein brauchen Verstärkung

Die Hückeswagener Helferlein unterstützen schnell, unkompliziert und kostenfrei bei kleineren Tätigkeiten im Alltag. Gesucht werden jetzt aber noch weitere, gerne auch technisch begabte und jüngere Helfer.

Mehrmals pro Woche ist Bernd Hanke für die Hückeswagener Helferlein im Einsatz. Mal spielt der 68-Jährige das Brettspiel „Dame“ mit einem Bewohner des ABC-Seniorenwohnheims im ehemaligen Marienhospital, mal macht er für Bewohner des Altenzentrums Johannesstifts Besorgungen in der Stadt. Freitags läutet sein Wecker besonders früh, denn dann begleitet er Gisela Prinz zu ihrem Gesundheitstraining im Therapiezentrum Hückeswagen an der Marienstraße oder zur RBS-Sportgruppe in der TBH-Halle an der Schnabelsmühle. „Über die Hilfe bin ich sehr froh. Die Helferlein haben schon viele gute Dienste getan“, freut sich die 87-Jährige über das ehrenamtliche und kostenfreie Angebot.

Bereits Ende 2018 startete Weitblick-Lotsin Margareta Coenen das Projekt unter dem Motto „Senioren helfen Senioren“ – eine Art Nachbarschaftshilfe, die die Menschen in der Stadt näher zusammenbringen soll. Denn nicht alle haben Nachbarn oder die eigenen Kinder in der Nähe, die mal eben beim Ausfüllen eines Formulars helfen oder auf die Leiter steigen, um eine Glühbirne auszutauschen. Die Aufgaben für die Hückeswagener Helferlein sind entsprechend vielfältig und reichen von kleineren Reparaturen über die Begleitung zum Arzt bis zum Rasenmähen. „Es sind geringfügige Tätigkeiten, für die im Regelfall kein Handwerker oder ein anderer Dienstleister kommt“, betont Margareta Coenen, die keinem kommerziellen Anbieter mit dem Angebot Konkurrenz machen will. Es gibt aber auch Aufgaben, die die hilfsbereiten Hückeswagener nicht übernehmen, wie Putztätigkeiten, Körperpflege, Umzüge oder Arbeiten an Gas- und Elektroanlagen.

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Während der Corona-Pandemie war es den Helferlein vorübergehend nicht möglich, ihre Besuchsdienste in den Seniorenheimen fortzusetzen. Dafür haben sie jedoch Einkäufe für Menschen in Quarantäne oder Senioren übernommen, die sich vor einer Ansteckung schützen mussten. „Es war ein großer Vorteil, dass wir das Projekt schon vor der Pandemie installiert hatten, so konnten wir auf unsere Helfer zurückgreifen“, betont die Initiatorin der Hückeswagener Helferlein.

Derzeit sind regelmäßig 17 Helfer im Einsatz, die sich etwa alle zwei Monate zu einem Austausch treffen. Margareta Coenen koordiniert die Termine und weiß genau, wen sie für welche Aufgabe ansprechen kann. Während der Einsätze sind die Ehrenamtler versichert, falls doch mal etwas passieren sollte. Da sich derzeit hauptsächlich Ruheständler wie Bernd Hanke engagieren, die ihre neu gewonnene Zeit dafür nutzen, Gutes zu tun, hapert‘s mit dem Nachwuchs. „Ein paar Helfer mehr könnten es schon sein“, wirbt Margarete Coenen. Durch die Corona-Pandemie habe die Initiative einige Mitstreiter verloren. „Schön wäre es, wenn sich auch jüngere Menschen melden würden, die sich mit der modernen Technik auskennen.“ Denn immer häufiger benötigen Senioren Hilfe beim Einstellen des Fernsehers oder Handys.

In einem persönlichen Erstgespräch mit neuen freiwilligen Ehrenamtlern lotet die Koordinatorin die Einsatzmöglichkeiten aus. Denn jeder Helfer soll seinen Fähigkeiten entsprechend nur so viel Zeit einbringen, wie er investieren kann und will.

Bernd Hanke ist gerne für die Helferlein im Einsatz. „Es ist schön und macht ja auch Spaß, den Leuten zu helfen“, versichert der Ehrenamtler. Dafür den Wecker stellen zu müssen, mache ihm nichts aus. Der 68-Jährige würde sich über neue Mitstreiter sehr freuen. „Wir suchen händeringend nach Leuten, die den Idealismus mitbringen und auch an andere Leute denken, anstatt nur an sich selbst“, sagt er. Dabei kommt bei dem Gärtner und Florist im Ruhestand überhaupt keine Langeweile auf, schon allein durch seinen mehr als 2300 Quadratmeter großen Garten und die vier Enkelkinder. „Ich bin das ganze Jahr über beschäftigt“, bestätigt Hanke und lacht. Auf seinen wöchentlichen Fahrdienst für Gisela Prinz freut er sich aber ebenso wie auf das Dame-Spiel mit dem 59-jährigen ABC-Heimbewohner. Und Gisela Prinz ist ebenso glücklich, ihre Termine wahrnehmen zu können. „Der Sport tut mir sehr gut, dadurch bleibe ich beweglicher“, sagt sie 87-Jährige.