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Musikschule präsentiert Märchen "Peter und der Wolf"

Musikschule Hückeswagen : Enten und Kätzchen auf Forum-Bühne

Ein halbes Jahr lang hatten die kleinen Darsteller der Hückeswagener Musikschule für das aufwendige Märchen „Peter und der Wolf“ des sowjetischen Komponisten Sergei Prokofjew geprobt. Am Sonntag präsentierten sie es im Forum.

Mit dem sinfonischen Märchen „Peter und der Wolf“ verabschiedete sich die Musikschule in die Sommerpause. Nahezu ein halbes Jahr hatten die Schüler der verschiedenen Abteilungen, Musik und Tanz, an dem Werk des sowjetischen Komponisten Sergei Prokofjew gearbeitet. Das Ergebnis stellten sie am Sonntag im Forum vor.

Peter und der Wolf ist ein klassisches Märchen, das für viele Interpretationen offen ist. Entstanden 1936 aus der Feder von Sergei Prokofjew, erzählt es die Geschichte eines Jungen namens Peter, der bei seinem Großvater lebt und eines Tages im Frühling hinaus aus dem Haus auf die große Wiese geht, angrenzend an einen unerforschten Wald. Der junge Peter hat viele tierische Freunde, zu denen ein Vogel, eine Ente und eine Katze gehören. Der Großvater mahnt Peter, nicht auf der Wiese zu verweilen, weil aus dem Wald ein böser Wolf kommen könnte, der im Verlaufe des Märchens tatsächlich erscheint und sogar die Ente verschlingt. Doch ein Märchen braucht immer einen Helden - und in diesem Falle schreitet Peter ein, der mutig den Wolf noch vor den eintreffenden Jägern fängt und es am Ende sogar schafft, dass dieser nicht erschossen, sondern in einen nahegelegenen Zoo gebracht wird.

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Seit seiner Entstehung gibt es viele Spekulationen darüber, ob es ein einfaches Märchen oder gar eine Parabel ist, die für die Sowjetunion im Kampf mit Nazi-Deutschland steht. Einigen konnten sich die Experten bislang nicht, fest steht aber, dass Peter und der Wolf zum klassischen Grundschulstoff gehört, mit dem die Kinder in den Klang eines Sinfonieorchesters eingeführt werden. In diesem Stück erhält jeder Charakter sein eigenes Instrument mit einem eigenen Leitmotiv. Auch die Musikschulschüler hielten sich daran, obgleich sie das Stück instrumental – aufgrund ihrer Gegebenheiten – etwas abänderten. „Normalerweise ist das Werk für ein Orchester geschrieben“, erklärte der Leiter der Musikschule, Eckhard Richelshagen, „heute aber haben wir nur Solisten.“ Wann immer die Violine (Hannah Müssener) erklang, tauchte Peter auf. Bei der Querflöte (Joana Lewak) waren es die Vögel, bei der Oboe (Clara Viola) die Enten. Die Katze wurde instrumental durch die Klarinette (Viveko Manet) verkörpert, und die Trommel simulierte die Schießgewehre der Jäger. Nur der Großvater und der Wolf erhielten bei dieser Aufführung andere Instrumente zugewiesen. Statt eines Fagotts lieh ein Tenor-Saxofon (Jos Humpert) dem Großvater seine Stimme und das Klavier (Juliette und Elisabeth Frank, Jim Mohncke und Anna Dehnke) ersetzte die Hörner, die eigentlich für den bösen Wolf stehen.

Der Musikschulleiter betonte, dass alles handgemacht sei, was dem Stück einen besonderen Charme verlieh. Während das Instrumentalensemble also spielte und Beate Dickentmann als Erzählerin durch das Stück führte, wirbelten die kleinen Tänzerinnen von Choreografin Sindy Steinmeier als süße Enten, bunte Vögel oder anmutige Kätzchen über die Bühne. Um allen Kinder im Stück eine Rolle zuzuteilen, wurden die Figuren gleich mehrfach besetzt. So erschienen Peter und sein Großvater in zweifacher Ausführung, Katzen, Vögel, Enten und auch der Wolf in Gruppen oder im Rudel. Die Kinder hatten sich, entsprechend ihrer Rolle, in Schale geworfen und bewegten sich passend zu Musik. Eine gelungene Aufführung.