Hückeswagen: Musik-Kursus soll Menschen verbinden

Hückeswagen: Musik-Kursus soll Menschen verbinden

Die Musikschule bietet in Kürze einen neuen Kursus mit dem Titel "Wir machen Musik" an, der an Einheimische wie Flüchtlinge gerichtet ist. Die Finanzierung wird aus einem NRW-Fördertopf für interkulturelle Musikprojekte gestemmt.

Dass Musik eine völkerverbindende und auch sprachenübergreifende Wirkung hat, ist bekannt. Daher überrascht es keineswegs, dass die Musikschule Hückeswagen ab April einen neuen Kursus anbietet, der sich gezielt an Geflüchtete richtet, die in der Schloss-Stadt eine neue Heimat gefunden haben - aber ebenso offen ist für alle Einheimischen. "Wir haben immer wieder Anfragen bekommen, ob wir nicht einmal ein Angebot für und mit Flüchtlingen machen könnten. Bislang ist das aber immer an der Finanzierung gescheitert", sagt Musikschulleiter Eckhard Richelshagen.

Dann jedoch sei er über eine Fördermaßnahme des Landes gestolpert: "Da werden interkulturelle Projekte gefördert. Daraufhin habe ich den Antrag mit dem konkreten Projekt gestellt, der dann schließlich auch genehmigt wurde", berichtet der Musikschulleiter. Somit sei die Finanzierung des neuen Kurses "Wir machen Musik" für ein Dreivierteljahr, bis zum 31. Dezember, gesichert.

Die Leitung wird mit Stefanie Hölzle eine Musiklehrerin übernehmen, die bereits einige Erfahrungen in diesem Bereich mitbringt: "Ich arbeite am Berufskolleg Remscheid in der Integrationsklasse mit Musik und habe in Rade auch bereits einen ähnlichen Kursus wie jetzt in Hückeswagen angeboten", sagt Hölzle. Sie leitet zudem das Klezmer-Ensemble der Musikschule, in dem hauptsächlich osteuropäische Musik gespielt wird.

Gedacht ist der Kursus für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene aus allen Ländern: "Er ist für alle Hückeswagener offen. Mittelfristig ist die Zusammenführung der Kursus-Teilnehmer mit dem Klezmer-Ensemble geplant, so dass am 23. September, beim Tag der Offenen Tür der Musikschule, die Arbeit bei einem Auftritt präsentiert werden kann", sagt Richelshagen.

Zuvor müssen sich die Musiker, Tänzer und Sänger aber erst einmal finden. Dafür hat die Musikschule in enger Zusammenarbeit mit Deike Schütte und Margarete Coenen von der Initiative "Weitblick" einen zweisprachigen Flyer erstellt. "Die beiden haben uns auch bei allen anderen Fragen enorm unterstützt", lobt Richelshagen. Die Flyer liegen in der Musikschule, bei der Stadt, an der Montanusschule, im Jugendzentrum, den Wohngruppen und Sammelunterkünften und an den Offenen Treffs aus. So erhoffen sich alle Beteiligten eine möglichst große Verbreitung.

Der erste Schnuppertreff am Donnerstag, 12. April, dient dem gegenseitigen Kennenlernen. "Als Eisbrecher werde ich vielleicht mit einer rhythmischen Improvisation anfangen. Das funktioniert meist recht gut", sagt Hölzle. Geplant sind wöchentliche Termine - wann genau die sein werden, werde man auch beim ersten Treffen besprechen. Einen ersten Einblick dessen, was am Ende bei dem Kursus als Ergebnis stehen könnte, haben die Besucher des vorjährigen Konzerts des Klezmer-Ensembles im Kultur-Haus Zach bereits bekommen können: "Damals waren drei Geflüchtete aus Iran und Syrien mit auf der Bühne und haben mit uns musiziert. Das war so ein kleiner Vorgeschmack", sagt Hölzle.

Sie äußert die Hoffnung, dass auch bei dem neuen Kursus die Musik und die Kultur der Menschen und ihrer Herkunftsländer mit einfließen werden. "Die Teilnehmer sind auch herzlich dazu eingeladen, Instrumente aus ihrer Heimat mitzubringen", betont die Musikschuldozentin. Sie gehe an den neuen Kursus vollkommen ergebnisoffen heran. "Das ist auch der Grund, warum er alle Bereiche umfasst: Tanzen, Trommeln, Musik, Instrumente, Rhythmus. . .", zählt Richelshagen auf, dem noch zwei Punkte besonders wichtig sind: "Der Kursus ist offen für alle Hückeswagener - und er ist kostenfrei."

(wow)