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Musik in der offenen Kirche entführt nach Italien

Konzert in Hückeswagen : Musikalischer Sommerurlaub in der Pauluskirche

Das Remscheider Blechbläserquintett, 2012 aus dem Ensemble Vierklang entstanden, sorgte mit Puccinis „Nessun dorma“ für Gänsehautmomente in der Pauluskirche.

Ein Stück Dolce Vita und Bella Italia waren am Sonntagnachmittag in der Pauluskirche spürbar, als dort in der Reihe „Musik in der Offenen Kirche“ das Remscheider Blechbläserquintett gastierte. Die Musiker verzückten in einem nahezu waschechten „Concerto Italiano“ mit Werken prominenter italienischer Komponisten aus dem Barock bis zeitgenössisch.

Gabrieli, Verdi, Puccini, Rossini und Ennio Morricone – das liest sich nicht nur schön, sondern klingt auch traumhaft. Vor allem schallt es wunderbar in einem alten Kirchengemäuer, wenn Blechbläser die Noten solch großartiger Stücke wie die Opern „Aida“, „Tosca“ oder „Turandot“ spielen. Etwa 40 Zuhörer ließen sich auf die kleine musikalische Zeitreise ein und diesen „All-Inclusive-Urlaub“ für die Ohren nicht entgehen.

Italien sei schon immer ein Sehnsuchtsort der Deutschen gewesen, bemerkte Alexander Radday, der die Stücke des Ensembles vorstellte und gekonnt durch das Programm führte. Das Blechbläserquintett, 2012 aus dem Ensemble „Vierklang“ entstanden, sorgte mit Puccinis „Nessun dorma“ für Gänsehautmomente. In der Arie des Prinzen aus der Oper „Turandot“ übernahm Trompeter Nikolaus Tschöpe das Solo. Bei „O mio babbino caro“ aus „Gianna Schicchi“ dagegen zeigte Georg Frericks in seinem Solo, wie die Tuba in solch einem Stück zu klingen hat.

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Von der Oper wechselte das Quintett, dem auch noch Sigrid Blödorn (Horn), Christina Walther (Trompete) und Olaf Biermann (Posaune) angehören, schließlich zu tanzbaren Stücken. Darunter waren etwa eine schnelle Tarantella von Rossini, aber auch ein Tango des Argentiniers José Carli. Der Titel „Estampas di Palermo“ verwies nicht etwa auf die sizilianische Stadt, sondern auf den gleichnamigen Ortsteil im Nordosten der argentinischen Hauptstadt, der Wiege des Tangos.

Als Abschluss hatte das Ensemble schließlich Leonard Pauls „Wenn der Abend kommt im Grauen Bären“ gewählt. Wer das Stück nicht kannte, fragte sich, was dieser Titel im Programm zu suchen hatte. Doch nach den ersten Tönen war allen in der Pauluskirche klar: Es ist ein Stück mit Nuancen eines leidenschaftlichen Tangos und feurigen Paso Dobles. Am Ende forderte das Publikum eine Zugabe ein, die ihnen die Musiker gewährten – sie verabschiedeten die Gäste mit einem romantischen „O sole mio“ in einen wohligen Sommerabend.