Hückeswagen: Mobilfunk soll nicht weiter ausgebaut werden

Hückeswagen : Mobilfunk soll nicht weiter ausgebaut werden

Karl-Adolf Memminger verließ die Sitzung des Planungsausschusses gestern Abend mit einem Lächeln. Doch es war eher ironischer Natur. Zwar hatten die Politiker und Vertreter der Verwaltung das Thema Mobilfunkmasten kurz diskutiert, für den bekennenden Mobilfunk-Gegner aus Kobeshofen verlief das Gespräch jedoch alles andere als befriedigend. Denn Memminger, der nahe eines Mobilfunkmasten wohnt, hält die abgegeben Strahlung für stark gesundheitsschädigend. Ausschussvorsitzender Hans-Jürgen Grasemann (SPD) bemerkte in der Sitzung jedoch, dass keine direkte Schädigung von solchen Masten ausgehe. Der Umwelt-Sachbearbeiter der Stadt, Georg Rath, betonte: "Wissenschaftlich sind ein Zusammenhang von solcher Strahlung und Erkrankungen bei Menschen, die in der Nähe wohnen, nicht gegeben." Und außerdem seien die Werte deutlich unter den gesetzlichen Normen, warf dann auch noch Bürgermeister Uwe Ufer ein.

Dennoch dürfte Karl-Adolf Memminger nicht ganz unzufrieden nach Hause geradelt sein. Hörte er doch von Dietmar Persian, dass die Mobilfunkanbieter derzeit offenbar kein großes Interesse daran haben, ihre Funkmasten zu verstärken oder gar neue zu errichten. "Das rechnet sich für sie nicht", berichtete der Leiter des Immobilienmanagements der Stadt, der vor einiger Zeit mit einigen Mobilfunk-Unternehmen in Kontakt getreten war.

Persian hatte die Mobilfunkmasten überhaupt zum Thema im Ausschuss gemacht, weil es einige Klagen in Hückeswagen gibt. Vor allem einige Unternehmen bemängeln, dass bestimmte Anbieter nur schlecht zu empfangen sind. "In Kobeshofen beispielsweise ist das bei Vodafone der Fall; in den Gebäuden gibt es überhaupt keinen Empfang mehr", hat Persian festgestellt. Im Bereich Winterhagen dagegen sei Vodafone (D2) besser zu empfangen, dafür T-Mobile (D1) kaum. Das wiederum werde von einigen Unternehmern im Gewerbegebiet kritisch gesehen.

"Das Problem ist seit Jahren bekannt", versicherte Persian. Doch daran ändern werde sich vorerst nichts – eben weil die Mobilfunkanbieter derzeit auf weitere Verbesserungen verzichten. Das hatte Memminger im Zuschauerbereich dann wohl gerne gehört.

(RP)
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