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Mobile Familienberatung Känguru auch in Hückeswagen

Soziales in Hückeswagen : „Känguru“ hilft Familien in der Krise

Die Stadt Hückeswagen bietet ab dem 23. März eine mobile Beratung in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband an. Sie richtet sich an Familien mit Kindern mit problematischen Situationen. Sie erfolgt persönlich, telefonisch oder anonym.

Es gibt Familien auch in der Schloss-Stadt, in denen die Probleme deutlich überwiegen und die ohne fachliche Hilfe auch nicht überwunden werden können. Hier könnte ab sofort eine Kooperation der Stadt mit der Mobilen Familienberatung Känguru des DRK-Kreisverbandes Abhilfe leisten. Das kostenfreie Angebot wurde gefördert über das Leader-Programm der EU und die Rhein-Energie Stiftung. Es richtet sich an alle Familienformen und deren Angehörige, unabhängig von Religion oder Weltanschauung, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Hückeswagen.

Susanne Schröder von der „Mobilen Beratung“ bietet ab Montag, 23. März, 10 bis 12 Uhr, alle zwei Wochen eine Sprechstunde im Besprechungsraum im Bürgerbüro, Bahnhofsplatz 14. an. „Dieser Raum dient als erste Anlaufstelle und ist barrierefrei erreichbar“, teilt die Stadt mit.

„Känguru“ ist ein kostenfreies Beratungsangebot im Kreis, an das sich Familien mit Kindern in familiär problematischen Situationen wenden können, zum Beispiel bei Konflikten innerhalb der Familie, bei Auffälligkeiten in der Entwicklung der Kinder, bei trennungsbedingten Problemen und Veränderungen, bei existenziellen oder krankheitsbedingten Schwierigkeiten. Die Familienberatung bietet Unterstützung, um aus einem konflikt- und problembehafteten Alltag herauszufinden und bietet Hilfe zur Selbsthilfe an. Die Familien können persönlich, telefonisch oder auch anonym beraten werden. Mario Moritz freut sich als Sozialarbeiter der Schloss-Stadt über ein zusätzliches Angebot für Familien: „Es ist wichtig, den Familien frühzeitig unter die Arme zu greifen, um zu verhindern, das sich kleine Probleme zu großen Schwierigkeiten entwickeln“ sagt er. Er kooperiere mit der Familienberatung und stelle gerne den Kontakt her. Moritz betont, dass die Klientel für das neue Angebot oft rekrutiert werde aus der OGS, aus Kindergärten und vom Kreisjugendamt, denen Familien in Not bekannt sind. „Wenn bei uns Familien auftauchen, die vielleicht noch kein Fall fürs Jugendamt sind, aber dennoch Beratung und Hilfe benötigen, ist Känguru vielleicht genau die richtige Anlaufstelle“, sagt er. Bislang habe man die Menschen zu Hause besucht, jetzt gebe es die Möglichkeit für eine Sprechstunde an einem neutralen Ort. „Dieses Angebot wollen wir stärken“, sagt Moritz.

Mario Moritz. Foto: Stephan Büllesbach

Auch Nachbarn oder Freunde, denen etwas in einer Familie auffällt, was vielleicht nicht ganz so in Ordnung ist, könnten sich an Känguru wenden und sich Ratschläge holen. „Denn Selbstreflexion ist bei einigen Eltern nicht ganz so ausgeprägt, da können wir vielleicht vermitteln“, sagt er. Die zusätzliche Anlaufstelle diene auch einer besseren Vernetzung vor Ort, eine Anlaufstelle im fernen Gummersbach sei vielen zu anonym.

Moritz ist gespannt, wie die neue Beratung vor Ort angenommen wird. Das Angebot von Känguru sei so angelegt, dass es fünf Einheiten mit den Familien geben soll, um dann zu schauen, wo der Weg hinführt. „Wir gucken, ob wir niederschwellig zu einer Lösung kommen oder ob wir zu einer weiterführenden Stelle vermitteln“, sagt er.