Mitarbeiter der Stadt Hückeswagen müssen nun mit von Hella von Sinnen gesponserten Hasenohren arbeiten.

Aktion „Saubere Stadt“ : Fleißige Sammler gewinnen Stadtwette

Am Samstag lief die Aktion „Saubere Stadt“. Die Beteiligung war so groß, dass die Verwaltung ihre Wette verlor. Die Mitarbeiter müssen nun am Donnerstag mit Hasenohren arbeiten – gesponsert von Comedy-Star Hella von Sinnen.

Von der Treppe unterhalb des Bürgerbüros am Bahnhofsplatz aus versuchte Bürgermeister Dietmar Persian die zurückkehrenden freiwilligen Müllsammler zu zählen, die sich am Samstag an der Aktion „Saubere Stadt“ beteiligt hatten. Es gelang ihm nicht. „Fest steht, dass heute keine 200 Personen anwesend sind“, sagte das Stadtoberhaupt. Zusammen mit den Schülern und Jägern des Hegerings, die bereits in der Woche vor der Aktion den wilden Müll in der Stadt gesammelt hatten, käme man jedoch auf 215 bis 220 Teilnehmer. Damit hatte die Stadt ihre ausgerufene Wette verloren. Mindestens 200 Personen mussten sich beteiligen, damit die Verwaltungsmitarbeiter am 11. April mit Hasenohren arbeiten und den Besuchern Ostereier überreichen. Der Bürgermeister und Hella von Sinnen, Schwester von Stadtmitarbeiter Torsten Kemper, sponserten den amüsanten Wetteinsatz.

„Wir versuchen jedes Jahr mit neuen Ideen möglichst viele Bürger zum Müllsammeln zu motivieren“, sagte Stadtmitarbeiterin Anja Kölsch, die zusammen mit Kollegin Stefanie Heymann und Christoph Rösgen vom Bergischen Abfallverband (BAV) die Aktion organisierte.

Dem Aufruf folgten Parteien, Initiativen, Vereine und Privatpersonen. „Alle Altersklassen sind vertreten. Der jüngste Teilnehmer ist noch nicht geboren (eine Schwangere zählte zu den Sammlern), der älteste ist 85 Jahre alt“, sagte Persian. Zu den treuen Helfern zählte die Jugendfeuerwehr, die am Samstag mit 23 Teilnehmern die größte Gruppe bildete. Zum zweiten Mal beteiligten sich die Foodsharer, die mit Kind, Hund und Bollerwagen das Stadtgebiet säuberten. Die Footballer des ASC Phoenix nahmen sich die Straßen und Parkplätze entlang der Bever-Talsperre vor, der Fußballverein SC Heide sammelte Müll entlang des Sportplatzes und der Wuppervorsperre, auch das Berufskolleg war erstmals vertreten. Für die fleißigen Helfer gab es im Anschluss Getränke, Würstchen und Brötchen, die von der Bergischen Energie- und Wasser GmbH (BEW) und der Bäckerei von Polheim gesponsert wurden. Das hatten sie sich redlich verdient, denn gesammelt wurde etliche Säcke Müll. Viele Flaschen, aber auch Reifen, Radkappen und Kleiderbügel wurden achtlos im Wald oder Straßengraben entsorgt. Allein der Hegering suchte mit rund 50 Helfern eine Woche lang etwa 5000 Hektar Waldgebiet ab und füllte mit den „Fundstücken“ einen großen Container. „Was im Container ist, liegt nicht mehr im Wald. Das ist die Hauptsache“, sagte Hegeringleiter Johannes Meier-Frankenfeld.

Drei Flüchtlinge sammelten so eifrig im Gebiet Busenbach, dass die gefüllten Müllsäcke zu schwer zum Tragen wurden. Egbert Günther begleitete die jungen Männer. „Ich war selbst erstaunt über die große Motivation“, sagte er. Schwere Töpfe, Pfannen, Glasflaschen und Scherben hätten die Sammelarbeit jedoch erschwert. „Wir haben ein Regal, einen Stuhl und ein Verkehrsschild gefunden“, berichtete Sophia (11) von der Jugendfeuerwehr, die sich während der drei Stunden Blasen an den Füßen gelaufen hatte.

Der Bauhof sammelte die am Straßenrand abgestellten Müllsäcke zur Entsorgung ein. Es kommen bei der Aktion jedes Jahr fünf bis zehn Tonnen Abfall zusammen“, sagte Christoph Rösgen vom BAV. Dietmar Persian dankte allen Helfern: „Das ist ein super Ergebnis und unsere Stadt sieht jetzt wieder richtig sauber aus“, freute er sich über die erfolgreiche Aktion. Für diesen guten Zweck verlor die Stadtverwaltung ihre Wette gerne.