Hückeswagen Mit Windkraft zur Wende?

Hückeswagen · Vor einem Jahr haben die Bürgermeister von Hückeswagen, Wermelskirchen und Wipperfürth gemeinsam mit dem heimischen Energieversorger BEW die "lokale Energiewende" ausgerufen. Was hat sich getan?

Uwe Ufer war der Vorreiter: Schon im Oktober 2010 hatte er sich als erster der drei Rathauschefs im BEW-Versorgungsgebiet öffentlich für die "Energiewende vor Ort" stark gemacht.

Seine Amtskollegen Eric Weik (Wermelskirchen) und Michael von Rekowski (Wipperfürth) zogen mit am Strang. Vor nun knapp einem Jahr sagte Ufer dazu in einem Gespräch mit der BM: "Wir sind keine Spinner. Wir werden keinen Aktionismus betreiben, sondern die Sache vernünftig umsetzen."

Plötzlich auch national ein Thema

Konkrete Anhaltspunkte sollte ein von den drei Kommunen und ihrem Energieversorger BEW in Auftrag gegebenes Experten-Gutachten geben. Im Frühjahr 2011 lag es vor. Zu einem Zeitpunkt, als das Thema Energiewende bundesweit hochaktuell wurde — vor dem dramatischen Hintergrund der Katastrophe von Fukushima im März. Ihr folgte in Deutschland die Erklärung zum Ausstieg aus der Atomenergie und damit die Ankündigung der nationalen Energiewende.

"Ich war immer für den Atomausstieg", sagt Uwe Ufer. "Aber leider ist über dem Riesen-Tamm-Tamm um den Ausstieg vergessen worden, in der konkreten Planung des Einstiegs in die Zukunft weiter zu machen." Die bislang zentral strukturierte Energieversorgung müsse dezentralisiert werden.

Ufer: "Das bleibt an Städten und Gemeinden hängen — nur hat mit uns bis heute leider niemand darüber gesprochen." Antworten auf die Frage, wie die Energiewende lokal und regional zu gestalten sei, müssten die Kommunen selbst finden.

Für den Bürgermeister ist klar: "Wir müssen die Diskussion darüber mit den Bürgern führen, diese Diskussion gibt es noch nicht. Aber ohne die Bürger gibt es auch keine Energiewende." Dass im Sommer auch im Stadtrat vorgestellte Gutachten zu den nutzbaren Ressourcen sei " erhellend" gewesen, meint Uwe Ufer. Was ihn überraschte: Bei der Nutzung von Wasserkraft sehen die Gutachter für die Region nur wenig Steigerungspotenzial.

Die größten Potenziale bietet laut der Studie die Windkraft. Nun soll ein zweites Gutachten aufzeigen, was zu tun ist, um vor Ort mehr Energie aus Wind zu machen. Es wird im Frühjahr vorliegen. "Ich erwarte konkrete Antworten auf die Frage, wo es bei uns und den Nachbarn noch Flächen für neue Windräder gibt und welche Ressourcen sich daraus ergeben", sagt Ufer.

Bürgerschaftliches Engagement

"Und dann wird es der nächste Schritt sein, die Bürger einzubeziehen", kündigt er an — und sagt zugleich voraus: "Es wird schwierig, denn es muss erst einmal eine Netz-Infrastruktur entstehen, um den Strom am Windrad abzuholen und zum Verbraucher zu bringen. Hier muss bürgerschaftliches Engagement ziehen." Konkret kann sich Uwe Ufer ein Genossenschaftsmodell vorstellen (s. Bericht unten).

(RP)
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