Hückeswagen: Mit dem Roboter nach Mexiko

Hückeswagen : Mit dem Roboter nach Mexiko

Joël (12) und Jordyn (10) Schulz-Andres belegten bei den Deutschen RoboCup-Junior-Meisterschaften in Magdeburg jetzt den vierten Platz. Damit qualifizierte sich das Geschwisterpaar vom Fürstenberg für die WM in Mexiko City.

Im Zimmer des zwölfjährigen Schülers Joël Schulz-Andres überwiegt die Technik: Ein Roboter aus Lego-Steinen mit Motoren und Sensoren ausgestattet, ein PC mit der passenden Programmier-Software und ein Hindernisparcours dominieren den Raum.

Der Test-Parcours auf zwei Etagen nimmt fast ein Drittel der Wohnfläche ein — doch für den Achtklässler des Wipperfürther EvB-Gymnasiums hat sich das zeitintensive Basteln, Programmieren und Testen bereits gelohnt: Bei der 12. Deutschen RoboCup-Junior-Meisterschaft vor wenigen Tagen erreichte sein Roboter-Fahrzeug den vierten Platz. Damit qualifizierte sich der Junge vom Fürstenberg für die Weltmeisterschaft, die vom 18. bis 24. Juni in der mexikanischen Hauptstadt stattfinden wird.

Eine Familie, ein Team

Zu Joëls Team gehört seine zehnjährige Schwester Jordyn, die ihren Bruder bei den Vorbereitungen und während der Meisterschaft tatkräftig unterstützt hatte. Begleitet wurden die Geschwister von Vater Heiko Schulz-Andres.

Die für das EvB-Gymnasium startenden Schüler hatten sich in der Kategorie "Rescue A Primary" angemeldet. In dieser "Rettungsdisziplin" müssen die Roboter so programmiert werden, dass sie auf einem Parcours einer schwarzen, teilweise unterbrochenen Linie folgen. Dabei gilt es, Schrägen und Hindernisse in einem Labyrinth zu überwinden und am Ende ein "Opfer" zu bergen.

Erste Erfahrungen sammelte das Team bereits durch die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft im vorigen Jahr. Seitdem haben Joël und Jordyn ihren Roboter "suigeneris" (s. Info) stetig verbessert. Statt eines Tastsensors verfügt das motorbetriebene Gefährt nun über einen optischen Abstandssensor. Bis zur Weltmeisterschaft sollen die Räder durch einen Raupensatz ersetzt werden, um auch Hindernisse auf steilen Schrägen überwinden zu können.

"90 Prozent der Arbeit liegt aber in der Programmierung der Software", erklärt der Vater. Hier habe sich Joël ausgeklügelte Lösungsstrategien einfallen lassen, um Hindernisse, unterbrochene Leitlinien oder schräges Kurveneinfahren zu meistern.

Mit der Qualifikation zur Weltmeisterschaft hatte niemand gerechnet, doch die Freude darüber war groß. Dafür müssen der Achtklässler und seine Schwester, die ab dem Sommer ebenfalls das Gymnasium besuchen wird, für eine Woche von der Schule freigestellt werden. Aufgrund der hohen Reisekosten hofft das Team, noch kurzfristig Sponsoren aus der Region gewinnen zu können.

Bescheidene Zielsetzung

Bis dahin werden einige Testläufe im heimischen Kinderzimmer nötig sein, um sich im 80 Mann starken Teilnehmerfeld behaupten zu können. Das Ziel der Geschwister ist klar definiert: "Hauptsache, nicht Letzter werden", sagt Joël.

(heka)
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