Hückeswagen: "Mister Blues" amüsiert das Publikum Kultur-Haus Zach

Hückeswagen: "Mister Blues" amüsiert das Publikum Kultur-Haus Zach

Wenn Frontmann Torsten Buncher seine Mundharmonika jauchzen und jammern lässt, fühlen sich die Zuhörer bei den schwermütigen rauchigen Bluesklängen in die verruchte Atmosphäre der altehrwürdigen Music-Halls in Atlanta und Chicago versetzt. Mit ihrem unkonventionellen "Brakenberg Blues" eroberten die vier Bandmusiker von "Mister Blues" im Kultur-Haus Zach das Stammpublikum.

Wenn "Mister Blues" die traditionellen Südstaatenrhythmen im Stil des klassischen Atlanta-Blues erklingen lässt, dann wollen allerdings die deutschsprachigen, frech frivolen Klamauktexte nicht so recht zu der melancholischen Blues-Musik passen. Dennoch positive Stimmen: "Wir lieben den klassischen Blues, aber es ist sehr unterhaltend, wie "Mister Blues" "die grundsätzlich eher traurige Musik mit schlagfertigem Humor verbindet", stellt das Ehepaar Andrea und Gerhard Mohr aus Hückeswagen fest, die sich bei den Anekdoten von Mundharmonist Torsten Buncher und Gitarrist Bernd Halbwachs köstlich amüsierten.

Mit Witz und Charme serviert "Mister Blues" dem etwa 40-köpfigen Publikum an den Bistrotischen ein zweistündiges Bombardement aus Komödie und Südstaaten-Blues, bei dem diese sentimentale Musikrichtung ausnahmsweise nicht die Tränendrüsen, sondern ausschließlich die Lachmuskeln reizt. Mit einem Feuerwerk aus Anekdoten über das Landleben der Lipper Heimat ulken sich Torsten Buncher und Bernd Halbwachs als professionelle Entertainer in die Herzen der Zuhörer.

Torsten Buchner und Bernd Halbwachs sind die "Zwillinge des Brakenberg Blues", die ihre Passion zur Bluesmusik mit den Erlebnissen ihrer eigenen Jugend witzig verbunden haben. "Wir kamen zum Blues, weil unsere Mütter eine so schrecklich schwere Kindheit hatten — sie mussten uns großziehen", schmunzelt Bernd Halbwachs. Und so darf dann auch das Publikum von "Mister Blues" an den leidvollen Erlebnissen mit Tante Tilde und dem verhängnisvollen Einkauf von merkwürdigen Grassamen in den dunklen Ecken des Hannoveraner Bahnhofes teilhaben.

Jugendfrei sind die haarsträubenden Geschichten der Bluesgaukler auf gar keinen Fall, zum Beispiel in dem Songtext über den neuen, "besteigbaren" Staubsauger für die lippische Hausfrau. Die Konzertkarten für das Blueskabarett mit "Mister Blues" kosteten am Freitagabend zwölf Euro an der Abendkasse. Dafür erhielt das Publikum ein würziges Buffet aus brillantem Blues und Entertainment auf höchstem Schmunzelniveau.

(mpa)
Mehr von RP ONLINE