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„Milchweg“ in Wipperfürth neu eröffnet

Kulturlandschaft im Bergischen Land : „Milchweg“ in Wipperfürth neu eröffnet

Der vier Kilometer Rundweg in Hückeswagens Nachbarstadt fängt an der dortigen Jugendherberge an. Dabei kommen Wanderer an drei Milchkuhbetrieben vorbei – und bekommen so einen interessanten Einblick in die Kulturlandschaft.

Es ist kalt, im Moment noch, aber fraglos werden in den kommenden Tagen und Wochen der Frühling und der Sommer auch im Bergischen Einzug halten. Und da man in Corona-Zeiten sich nach wie vor nicht im Inneren treffen sollte, bietet sich ein ausgiebiger Spaziergang an. In Hückeswagens Nachbarstadt Wipperfürth haben Wanderfreunde dazu nun eine ganz neu aktualisierte Gelegenheit – den NRW-Themenweg „Milch“.

Dessen acht Informationstafeln entlang des Weges wurden inhaltlich und grafisch neu gestaltet und jetzt von Hans Stöcker, dem geschäftsführenden Vorstand der Landesvereinigung Milchwirtschaft NRW zusammen mit der Wipperfürther Bürgermeisterin Anne Loth enthüllt.

Der Wanderweg ist vier Kilometer lang, der Startpunkt ist an der Jugendherberge an der Ostlandstraße. Ein Wanderparkplatz nebenan ist ideal gelegen, so dass man direkt loswandern kann. „Die Milch macht die Kulturlandschaft in der Region aus, hat sie sogar ein Stück weit geschaffen“, sagt Stöcker. Und ergänzt: „Wipperfürth ist eine der Ecken, in der es noch viel Milchlandwirtschaft gibt.“

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Dabei gibt es das Projekt in der Stadt schon länger. Initiiert worden ist es bereits 2008 mit dem Milchweg Wipperfürth, der im Zuge eines Projekts „Milch mach Ku(h)lturlandschaft“ eingerichtet worden ist. Das Projekt ist vom NRW-Landwirtschaftsministerium und der Landesvereinigung Milchwirtschaft ins Leben gerufen worden. In Nordrhein-Westfalen gibt es insgesamt neun Milchwege, davon drei für Fahrradtouren und sechs für Wanderungen zu Fuß. „Sie machen Landwirtschaft für die Generationen erlebbar“, sagt Hans Stöcker. „Der Milchweg bei uns in der Stadt wurde von den Menschen immer schon sehr gut angenommen – und wird es künftig bestimmt auch wieder werden“, sagt Anne Loth. Sie sei sehr froh über die Aktualisierung der Tafeln und die Wiedereröffnung. „Ich finde es gut, dass das Projekt fortgeführt wird“, ergänzt die Bürgermeisterin. Es sei wichtig, die Kulturlandschaft zu stärken – und das Projekt verbinde auf sehr schöne Weise die Milchwirtschaft mit den Themen Naturschutz und Tourismus.

Als Kooperationspartner seien dabei neben den ursprünglichen Projektinitiatoren auch die Landwirtschaftskammer NRW, die Biologische Station Oberberg und der Naturpark Bergisches Land mit dabei. „Und auch die Stadt Wipperfürth steht hinter unserem Projekt“, betont Stöcker. Der Rundweg ist familienfreundlich und sowohl mit Kinderwagen, zu Fuß und auch dem Fahrrad erlebbar. Auf den vier Kilometern sind acht Thementafeln angebracht. Darauf informiert die Kuh Lotte über Themen wie Industriekultur und Landwirtschaft im Bergischen Land, die Vielseitigkeit und den Wert von Milch und Milchprodukten. In Lendringhausen gibt es drei Milchbetriebe, über deren Alltag auf einer Tafel genauso informiert wird, wie über das Leben einer Kuh – das Motto hier lautet: „Die Kuh: So wird aus Gras Milch.“ Dabei ist das pädagogische Konzept sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gehalten. Denn Kuh Lotte präsentiert die Beiträge auf kindgerechte Art und Weise. Daher sei der Themenweg „Milch“ auch für Klassenausflüge geeignet und in den Unterricht der Sekundarstufe eins zu integrieren. Ein Begleitheft dazu gibt es kostenlos im Internet. Neben der bereits lange bekannten Kulturlandschaft Milch im Bergischen, die sich über die vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte entwickelt habe, müsse man auch in die Zukunft blicken.

Zum einen soll der Themenweg ‚Milch‘ die Menschen genau darauf hinweisen, was es in der Region gibt. Aber es sollen auch die Herausforderungen durch den Klimawandel thematisiert werden. „Denn diese werden die Kulturlandschaft fraglos verändern. Unsere Landwirte arbeiten schon genau daran, das in ihre Arbeit und ihren Alltag als Milchbauern zu integrieren“, sagt Stöcker.