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Mehrere Baustellen in und an der Hückeswagener Pauluskirche

Evangelische Kirchengemeinde Hückeswagen : Mehrere Baustellen in und an der Pauluskirche

In diesem Jahr muss die Evangelische Kirchengemeinde etwa 155.000 Euro in die Substanzerhaltung ihrer beiden Kirchengebäude stecken.

2020 dürfte in die Annalen der Evangelischen Kirchengemeinde als „Jahr der Baustellen“ eingehen. Denn nicht nur der Turm der Johanniskirche muss saniert werden, sondern auch in der Pauluskirche der Altar- und Kanzelbereich, die Orgel, die Außentüren sowie der Zaun, der das Kirchengelände einfasst.


Der Turm der Johanniskirche
Nach 20 Jahren muss im Frühjahr erneut Hand angelegt werden am 2000 zuletzt sanierten Turm, denn die Holzverschalungen inklusive der Schallläden sind sichtbar marode. „Die Farbe blättert ab, und das Holz fasert langsam auf“, hat Baukirchmeister Friedhelm Selbach festgestellt. Deshalb ist ein neuer Anstrich vorgesehen, aber möglicherweise müssen auch Holzteile im Bereich der Turmfenster ausgetauscht werden. Ursprünglich waren die Arbeiten bereits für den Herbst geplant. Zwar standen die Maler schon parat, es konnte aber kein Unternehmen gefunden werden, das das Gerüst rechtzeitig hätte liefern können. So musste die Sanierung auf dieses Jahr verschoben werden. „Das Ausschreibungsverfahren läuft“, bestätigt Selbach. Im Mai könnte es mit der Sanierung losgehen. Während der Arbeiten sei der Zugang zum Kolumbarium für Beerdigungen, Besuche der Urnengräber oder kulturelle Veranstaltungen gewährleistet.

 Der Zaun der Pauluskirche muss saniert werden. Er ist an vielen Stellen sichtbar in die Jahre gekommen, teilweise sogar rostzerfressen.
Der Zaun der Pauluskirche muss saniert werden. Er ist an vielen Stellen sichtbar in die Jahre gekommen, teilweise sogar rostzerfressen. Foto: Stephan Büllesbach

Kosten zirka 35.000 Euro

 Altar und Kanzel (von unten) haben vermutlich aufgrund von Temperaturschwankungen Risse bekommen und müssen daher nun saniert werden.
Altar und Kanzel (von unten) haben vermutlich aufgrund von Temperaturschwankungen Risse bekommen und müssen daher nun saniert werden. Foto: Stephan Büllesbach


Altar und Kanzel der Pauluskirche
Den Mittelpunkt der Pauluskirche bilden der Altar und die darüber hängende Kanzel, die von der Galerie aus betreten werden kann. Zusammen mit der Orgel auf der gegenüberliegenden Seite über dem Eingang bilden sie den für das Bergische Land typischen Prinzipalchor. Im Unterbau der Kanzel haben sich zahlreiche Risse und offene Fugen gebildet, die mittlerweile gut sichtbar sind. „Ein Grund hierfür könnten massive Schwankungen beim Raumklima sein“, schreibt Restaurator Werner Schorlemer vom Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) in seinem bereits im Oktober 2017 erstellten Gutachten. Die könnten möglicherweise durch die alte Heizungsanlage und das Heizverhalten verursacht worden sein. Teile der Fassung sind gelockert oder lösen sich vom Träger, an den Anschlussfugen lösen sich der Kitt und die Fassungen – es besteht laut Schorlemer die Gefahr, dass sie auf den darunterliegenden Altar fallen. Auch der hat unter den Klimaschwankungen gelitten: Durch das Quellen und Schwinden des Holzes entstanden Risse vor allem an den Säulen. Auch hier könnten sich einzelne Schollen lösen.

 Nach der Sanierung von Altar und Kanzel steht im Herbst die Restaurierung und Reinigung der Stahlhut-Orgel an.
Nach der Sanierung von Altar und Kanzel steht im Herbst die Restaurierung und Reinigung der Stahlhut-Orgel an. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Noch in diesem Monat werden zwei Spezialfirmen diesen Bereich genauer unter die Lupe nehmen. Danach werden die notwendigen Arbeiten mit dem Restaurator des LVR abgestimmt und das Verfahren festgelegt. Damit noch möglichst viele Trauungen und vor allem die Konfirmationen ohne Gerüst über die Bühne gehen können, wird voraussichtlich erst Ende Mai/Anfang Juni mit der etwa dreimonatigen Restaurierung begonnen, versichert Selbach.

Kosten zirka 25.000 Euro

Die Orgel der Pauluskirche Sobald die Sanierung des Altarbereichs abgeschlossen ist, soll es im Herbst mit der Sanierung und Reinigung der Stahlhut-Orgel weitergehen. Teilbereiche verschwinden dabei hinter einer Folie, damit kein weiterer Staub in das Instrument und die Pfeifen eindringen kann. „Das ist sehr aufwändig“, betont Selbach. Die neue Kantorin der Gemeinde, Inga Kuhnert, muss sich noch mit einem Orgel-Sachverständigen über Besonderheiten abstimmen, die ihr aufgefallen sind.

Kosten zirka 45.000 Euro

Die Türen der Pauluskirche Nachdem der gemauerte Sockel des Eingangs bereits vor drei Jahren saniert wurde, müssen nun die Schutzanstriche des Haupteingangsportals und aller Nebeneingänge überarbeitet werden. „Dafür ist offenes Wetter notwendig“, sagt Selbach. Drei Wochen sind für die Arbeiten vorgesehen.

Kosten zirka 10.000 Euro


Der Zaun der Pauluskirche
Sein „Sorgenkind“ aber ist der Zaun, der das Kirchengelände umgibt. „Die Pauluskirche hat eine für das Stadtbild prägende Funktion“, sagt Selbach. Zusammen mit dem benachbarten Schloss sei sie ein Postkartenmotiv, „und dazu gehört ein markanter Zaun“. Aber er ist auch eine Absicherung, damit niemand von dem abfallenden Gelände auf die Marktstraße oder den Schlosshof fällt. Selbach schätzt ihn auf mindestens 51 Jahre, wahrscheinlich sei er aber schon vor der großen Restaurierung der Pauluskirche (s. Info-Kasten) gesetzt worden. Das genaue Alter kennt der Baukirchmeister nicht. Der „sehr schöne Zaun“ sei jedoch sichtbar in die Jahre gekommen, an einigen Stellen ist er sogar rostzerfressen.

Im Laufe des Jahres soll der Zaun komplett demontiert, in die Werkstatt transportiert und dort wieder aufbereitet werden, in dem er pulverbeschichtet und feuerverzinkt wird. Teile, die nicht mehr erhalten werden können, müssen ausgetauscht werden. Zudem müssen in der Mauer Kernbohrungen vorgenommen werden, damit dort Hülsen für die Metallpfosten eingesetzt werden können.

Kosten zirka 40.000 Euro