Oberbergischer Kreis: Mehr Unfälle, weniger Tote und Verletzte laut Verkehrsstatistik 2017

Oberbergischer Kreis: Mehr Unfälle, weniger Tote und Verletzte laut Verkehrsstatistik 2017

Auf Oberbergs Straßen ereigneten sich 2017 mehr Verkehrsunfälle als im Jahr zuvor. Dennoch bewertet die Kreispolizei-behörde die Entwicklung als "erfreulich". Der Grund: Es gab weniger Unfallopfer. In Hückeswagen starb jedoch ein Autofahrer.

Die Entwicklung in und rings um Hückeswagen war aus Sicht der Polizei im Jahr 2017 positiv: Auf den Straßen im Stadtgebiet kam es zu 47 Verkehrsunfällen, bei denen Menschen verletzt wurden. Das waren 17 weniger als im Jahr zuvor. Ein Autofahrer wurde am 19. Oktober auf der L 101 bei Dreibäumen getötet, 19 erlitten schwere Verletzungen, 43 Unfallopfer kamen leicht verletzt davon. Gemessen an der Zahl der Einwohner liegt Hückeswagen aber trotz verbesserter Zahlen gegenüber 2016 nach wie vor bei der Unfallhäufigkeit unter den insgesamt 13 oberbergischen Städten und Gemeinden auf dem fünften Platz und damit deutlich über dem Durchschnitt im Kreisgebiet.

Kreisdirektor Klaus Grootens und führende Beamte der Kreispolizeibehörde stellten gestern in Gummersbach die Unfallstatistik für 2017 vor. Sein Fazit: Die Entwicklung sei im Vergleich zu 2016 "durchaus erfreulich". Insgesamt nahm die Polizei auf den oberbergischen Straßen im vorigen Jahr 8020 Verkehrsunfälle auf, mit einem Zuwachs von 0,3 Prozent etwas mehr als im Jahr zuvor. Die trotzdem positive Entwicklung liegt darin begründet, dass es zwar einen Anstieg der Bagatellunfälle gab, gleichzeitig aber einen Rückgang bei den schweren Unfällen mit Verletzten und hohem Sachschaden.

Acht Menschen wurden 2017 im Oberbergischen Kreis bei Verkehrsunfällen getötet, drei weniger als 2016. Bei 223 Unfällen wurden Menschen schwer, bei 591 leicht verletzt. Das entspricht einem Rückgang um 1,4 beziehungsweise um 7,8 Prozent. Die Zahl der Unfälle, bei denen niemand verletzt wurde aber hoher Sachschaden entstand, ging von 169 auf 113 und damit sogar um 33 Prozent zurück.

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Die insgesamt positive Entwicklung führt Grootens auch auf polizeiliche Arbeit vor allem in der Prävention zurück. So sei gemeinsam mit der Bußgeldstelle des Oberbergischen Kreises ein neues Konzept für die Verkehrsüberwachung entwickelt worden, das inzwischen offenbar greift. Dazu gehören massive Schwerpunkt-Kontrollen vor allem auf den sogenannten Brennpunkt-Strecken. 42 Straßenabschnitte, die meisten davon im außerörtlichen Bereich, ordnet die Kreispolizeibehörde in diese Kategorie ein.

Die Bundes-, Land- und Kreisstraßen außerhalb geschlossener Ortschaft bereiten der Polizei weiterhin Sorge. Denn vor allem dort passieren die schweren Unfälle, bei denen Menschen getötet oder schwer verletzt werden. 452 waren es im vorigen Jahr. Auch hier gab's zwar im Vergleich zu 2016 einen starken Rückgang um 20 Prozent, die Unfallhäufigkeit bleibt außerhalb der Stadtzentren im ländlich geprägten Raum aber auf hohem Niveau.

Das hängt naturgemäß auch damit zusammen, dass außerorts schneller gefahren wird - und meistens auch schneller gefahren werden darf - als in geschlossenen Ortschaften. Nach wie vor steht unangemessene, also überhöhte Geschwindigkeit ganz oben auf der Liste der Unfall-Ursachen. Dass bei hoher Geschwindigkeit die Unfallfolgen schwerwiegender sind als bei niedrigem Tempo, liegt auf der Hand. "Unsere gezielten Geschwindigkeits-Kontrollen machen wir deshalb auch nicht, um über Bußgeld viel Geld einzunehmen, sondern um das Bewusstsein von Kraftfahrern für die Gefahren zu schärfen und schon durch unsere Präsenz auf den Straßen Unfällen vorzubeugen". Das unterstrich gestern Joachim Höller, Direktionsleiter Verkehr innerhalb der Kreispolizeibehörde.

(bn)