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Mehr Straftaten in Hückeswagen verübt

Kriminalität im Oberbergischen : Mehr Straftaten in Hückeswagen verübt

Der Landrat und die Kreispolizei ziehen bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik ein positives Fazit. Die Zahl der Straftaten war in fast allen Kommunen in Oberberg rückläufig. Nur in der Schloss-Stadt und in Reichshof legten sie zu.

Die gute Nachricht betrifft den gesamten Oberbergischen Kreis: Die Zahl der Straftaten war insgesamt auch 2019 wieder weiter rückläufig. Und das bei nahezu allen Delikten. Damit setzte sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort. Das verkündeten am Montag Landrat Jochen Hagt, Kriminalrat Florian Mohr (Leiter Direktion Kriminalität), Kriminalhauptkommissar Steffen Vogel (Führungsstelle Kriminalität) und Polizeidirektor Ralf Schmidt (Abteilungsleiter Polizei) bei der Vorstellung der Kriminalstatistik in der Kreispolizeibehörde.

Entsprechend zufrieden zeigte sich Hagt. „Das sind wieder hervorragende Zahlen, die einmal mehr belegen, dass Oberberg einer der sichersten Kreise in Nordrhein-Westfalen ist“, sagte der Landrat. 2018 sei die Zahl der Straftaten schon um sechs Prozent gesunken, im vergangenen Jahr steigerte sich der Rückgang noch einmal weiter auf neun Prozent im Gegensatz zum Vorjahr. „Das Präsenz- und Präventionskonzept geht also auf“, sagte Hagt. Der Oberbergische Kreis liege demnach auf Platz drei im Landesvergleich, nur in den Landkreisen Lippe und Höxter sind die Fallzahlen noch niedriger.

Die Schloss-Stadt fällt genauso wie Reichshof ein bisschen aus dem Rahmen: So wurden in Reichshof im vergangenen Jahr 617 Straftaten (2018: 600) begangen und in Hückeswagen 546 (2018: 501). Vor allem die Delikte aus dem Bereich der Sachbeschädigung seien signifikant gestiegen, von 77 in 2018 auf 130 im vergangenen Jahr. Das entspreche einer Steigerung von 69 Prozent, teilte die Polizei mit. Auch beim Delikt Geschäftseinbruch waren fünf Fälle mehr als im Vorjahr zu verzeichnen, ähnliches gelte für den Wohnungseinbruchdiebstahl, mit 20 Fällen statt elf in 2018. Bei den Delikten der Straßenkriminalität gab es eine Steigerung von 36 Prozent von 113 auf 154 Fälle. Besser sieht es hingegen im Bereich der Fälle von Gewaltkriminalität aus. Hier gab es im Vorjahr 20 Fälle (2018: 28), auch die schwere Körperverletzung im öffentlichen Raum war mit fünf Fällen (2018: neun) rückläufig. Überhaupt sei der Bereich der Verbrechen im öffentlichen Raum insgesamt weniger geworden, sagte Hagt. „Es zahlt sich sichtlich aus, dass unsere Polizeibeamten verstärkt präsent und sichtbar sind. Auch die Ordnungspartnerschaft Sicherheit mit den kommunalen Ordnungsbehörden funktioniert sehr gut.“ Was der Kriminalpolizei jedoch Sorgen bereite, seien die beiden Deliktgruppen, in denen die Zahlen zugenommen hatten. Weniger schlimm sei der Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahl, sagte Mohr. „Wir haben eine Steigerung um 10,5 Prozent – in absoluten Zahlen sind das 30 Taten –, da bereits von einem Trend zu sprechen, wäre aber verkehrt. Dazu muss man den weiteren Verlauf des Jahres und auch die nächste Statisik abwarten.“

Wesentlich besorgniserregender sei aber die Zunahme von Delikten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. „Besonders schlimm ist die Tatsache, dass 44 Prozent der Opfer Kinder sind. Was die Statistik hoch treibt, ist das Verbreiten von kinderpornografischen Schriften“, sagte der Leiter der Direktion Kriminalität. Die Zahl der Delikte sei um 192 Prozent gestiegen. Als Grund gab Mohr an, dass durch die Missbrauchsfälle von Lüdge und Bergisch Gladbach die Deliktgruppe mehr in den Fokus gerückt sei. „Wir haben im vergangenen Jahr kräftig in Personal und IT-Equipment investiert. Dennoch gehen wir auch hier von einem erhöhten Dunkelfeld aus, an das wir noch nicht so richtig herangekommen sind“, sagte Mohr.

Schmidt ergänzte: „Lügde war für uns die Initialzündung. Es ist durch verschiedene Maßnahmen und Investitionen ein Konglomerat aus unterschiedlichen Strukturen entstanden, mit dem wir künftig noch besser gegen diese Straftäter vorgehen wollen.“