Hückeswagen Mehr Grünflächen-Pflege würde teurer

Hückeswagen · Die Pflege der städtischen Grünflächen stieß in jüngster Zeit zunehmend auf Kritik. Daher beschäftigte sich jetzt der Bauausschuss mit dem Thema. Fazit: Wenn mehr Pflege gewünscht wird, wird das den Haushalt stärker belasten.

 Für viele Hückeswagener der Stein des Anstoßes: Im oberen Teil des Stadtparks sind manche Wege bereits zugewuchert, weil die Bauhof-Mitarbeiter mit der Arbeit nicht mehr hinterherkommen.

Für viele Hückeswagener der Stein des Anstoßes: Im oberen Teil des Stadtparks sind manche Wege bereits zugewuchert, weil die Bauhof-Mitarbeiter mit der Arbeit nicht mehr hinterherkommen.

Foto: büba (Archiv)

Das feucht-warme Wetter der vorigen Woche hat der Stadt ein großes Problem bereitet: Die Natur spross derart schnell, dass die Bauhof-Mitarbeiter mit der Pflege der Grünflächen nicht mehr nachkamen. Vor allem der Zustand des Stadtparks stieß etwa am "Heißen Draht" der BM immer wieder auf Kritik. Der präsentiert sich nach dem Motto "unten hui, oben pfui" - während der Bereich des Teiches vor allem dank der Initiative des Jugendzentrums und mit Hilfe etwa von Kindergärten und Schulen in den vergangenen Monaten aufgehübscht wurde, wachsen die Wege im Hang immer mehr zu.

Im Bauausschuss am Donnerstagabend erläuterten Bauamtsleiter Andreas Schröder und Bürgermeister Dietmar Persian den Politikern die Hintergründe - und warum es Probleme mit der Pflege der Grünflächen gibt. Zunächst stellte Schröder klar, dass die Mitarbeiter des Bauhofs "restlos ausgelastet" sind.

Zudem achte der Leiter Guido Hochhard darauf, dass in beiden Städten, wie im Vorfeld der Zusammenlegung des Bauhofs vereinbart, gearbeitet wird. Festgelegt war, dass 59 Prozent in Wipperfürth und 41 Prozent in Hückeswagen gearbeitet wird (die Nachbarstadt ist größer und hat mehr Einwohner). Bis 31. Juli wurden in der Schloss-Stadt 10 803 Arbeitsstunden verrichtet - was einem Anteil von knapp 42 Prozent ausmachte und damit etwas mehr ist, als vereinbart.

Persian stellte dann die beiden Ursachen heraus, warum manche Grünfläche in der Stadt nicht mehr so intensiv gepflegt wird, wie das in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Zum einen sind durch die Stadtstraße in Hückeswagen weitere Grünflächen hinzugekommen. "Und wir legen natürlich großen Wert auf die Pflege des Bereichs Alte Stadtstraße und Bergischer Kreisel, weil hier sehr viele Menschen vorbeikommen", erläuterte der Bürgermeister. Zum anderen sei das Personal des Bauhofs abgebaut worden, um eben Kosten zu sparen. "Uns stehen nicht mehr so viele Ressourcen zur Verfügung", machte er deutlich.

"Die Frage ist nun: Was wollen wir?", warf Persian in den Raum. Darüber müssten Politik und Verwaltung in den nächsten Monaten im Rahmen der Haushaltsberatungen diskutieren. Der Bürgermeister machte kein Hehl daraus, dass es eine gepflegte Stadt zum Nulltarif nicht geben wird: "Wenn wir mehr Pflege von Grünflächen wollen, müssen wir auch mehr Geld ausgeben." Das gehe nur über zusätzliches Personal für den Bauhof oder die Vergabe von Arbeiten an Dritte. Beides koste Geld, was die Stadt angesichts ihrer schwierigen Haushaltslage aber nicht unbedingt hat.

"Wir können natürlich auch drüber nachdenken, Flächen abzugeben", meinte Bauamtsleiter Schröder. Die Frage sei nur, wer diese haben wolle.

(RP)
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