Hückeswagen Marienhospital wird Schule

Hückeswagen · Ende August wird das Wirtschaftsgymnasium Wirklichkeit. Die ersten Schüler lernen in einem Container an der Realschule, ab 2011/2012 soll im dann zur Schule umgebauten ehemaligen Marienhospital unterrichtet werden.

Für die Remscheider Baufirma Dohrmann ist der Richtung Hambüchen zeigende Flügel des ehemaligen Marienhospitals, der seit 17 Jahren nicht mehr genutzt wird, ein Schnäppchen: Für einen Euro kann sie diesen Bereich des früheren Krankenhauses von einer Bank kaufen. Das bestätigte Bürgermeister Uwe Ufer gestern auf BM-Anfrage. Die Bank ist Hauptgläubiger der insolventen Remscheider Bauunternehmung Runkel, die das ehemalige Krankenhaus ("Haus Marienbrunnen") erworben hatte. Da der nicht genutzte Teil laufende Kosten verursacht, kann Dohrmann ihn für diesen symbolischen Preis kaufen. Nach dem Umbau wird der neue Eigentümer den Gebäudetrakt an die gemeinnützige GmbH vermieten, die Träger des Hückeswagener Wirtschaftsgymnasiums ist.

Vier Millionen Euro Investitionen

Der Umbau in eine Schule mit Klassen- und Technikräumen, Lehrerzimmer und sanitären Einrichtungen ist teuer: Drei Millionen Euro werden die Investitionen betragen, hat Dr. Hans Marenbach ermittelt. Seit Dezember 2006, als erste Ideen für ein Wirtschaftsgymnasium entwickelt wurden, ist Marenbach als Personalchef der Firma Pflitsch federführend mit der Entwicklung des "Berufskolleg Hückeswagen — Privatschule der bergischen Wirtschaft" betraut. So wird später der offizielle Name der Schule lauten. Für die Erstausstattung wird mit Investitionen von einer Million Euro gerechnet.

Hintergrund des Berufskollegs Hückeswagen: Jugendliche werden in einer dualen Ausbildung auf den Beruf vorbereitet — nach drei Jahren sollen sie die gymnasiale Oberstufe mit Abitur und eine betriebliche Ausbildung mit IHK-Abschluss beendet haben. "Das ist etwas ganz Neues", versicherte Marenbach Landesinnovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) bei dessen Besuch in Hückeswagen.

Finanzierung auf Weg gebracht

Rund 500 000 Euro hat die Betreibergesellschaft bereits an Eigenkapital für die Finanzierung des Umbaus bereit gestellt, sagte Marenbach. Der noch zu gründenden Gesellschaft, die Eigentümer des Gebäudetraktes sein wird, gehören neben Dohrmann die Hückeswagener Unternehmen Pflitsch, Recknagel und Johann Clouth sowie die beiden Radevormwalder Firmen Gira und Kuhn Edelstahl an.

Start des Berufskollegs Hückeswagen ist der 30. August. Im ersten Jahr werden die Schüler, die sich zu Industriekaufleuten ausbilden lassen, noch in einem Container auf dem Gelände der Realschule unterrichtet. Bis zum Beginn des Schuljahres 2011/2012 soll der Umbau des ehemaligen Krankenhaustrakts beendet sein, so dass dann dort auch die erste Mechatronik-Klasse eingerichtet werden kann.

(RP)