Hückeswagen: "Manege frei" an der GGS Wiehagen

Hückeswagen: "Manege frei" an der GGS Wiehagen

Gerade einmal drei Tage hatten die Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Wiehagen Zeit, sich auf die große Show vorzubereiten. In vier Vorstellungen beweisen sie artistisches und komödiantisches Können.

Vier Väter hatten vermutlich nicht erwartet, Teil der Show zu werden. Für ihre Kinder, die Teil der Clown-Truppe waren, ließen sie den Schabernack aber bereitwillig über sich ergehen. Die kleinen Clowns machten es vor, die Väter durften nachmachen: Wie Ente, Hund und Känguru mussten sie durch die Manege watscheln, krabbeln und hüpfen, unter tosendem Applaus der Zuschauer. Den vierten Vater traf es besonders: seine Tochter kreischte lauthals - also musste auch er zeigen, was seine Stimmbänder hergaben.

Die Projektwoche Zirkus der Gemeinschaftsgrundschule Wiehagen zusammen mit dem "Projektcircus Proscho" ist ein voller Erfolg. Eltern, Großeltern und Geschwister kamen gestern zahlreich zur ersten Vorstellung. Die Schüler der ersten bis vierten Klasse hatten seit Montag Zeit, für ihre Vorstellung zu proben. "Es war schon anstrengend für Einige", sagt Melanie Pesch, Lehrerin der Grundschule. Ihre Schützlinge konnten gestern noch verschnaufen, ihre Vorstellung ist erst heute. "Aber natürlich fiebern wir mit!", sagt sie aufgeregt.

Obwohl die Kinder einen Tag weniger zum Üben hatten, habe alles gut geklappt. Aufgrund der Pfingstferien waren die Vorstellungen einen Tag vorverlegt worden, aus Sorge, dass sonst so manche Familie schon im Urlaub sein könnte. "Man staunt, was Kinder können und sich trauen", sagt Claudia Paradies, Leiterin der Grundschule. Auch sie fiebert mit, während die ersten Schülerinnen ihr Können am Hula-Hoop-Reifen zeigen. Im großen Finale der "Hula-Kids" gibt Naomi (11) noch mal alles: Ganze neun Reifen gleichzeitig schwingt sie durch die Luft. Der Applaus ist dem Mädchen sicher.

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Die Bodenakrobaten bauen menschliche Pyramiden, die Trapezartisten schwingen einzeln, zu zweit und zu dritt durch das Zirkuszelt. Ein Raunen geht durch die Menge, als der Trainer zwei Kinder am Trapez bis an den hinteren Rand der Manege zieht. Die beiden schwingen hoch bis über die Sitzplätze und die Köpfe der Zuschauer.

Die "Projektwoche Zirkus" findet an der Grundschule schon zum zweiten Mal statt, zuletzt vor vier Jahren. Damals waren Naomis Geschwister mit dabei. Ihr Bruder als Bodenakrobat und ihre Schwester bei der Zauberertruppe, die auch diesmal wieder gekonnt Kelche auf ihren Köpfen balanciert. Beide Geschwister haben an ihrer weiterführenden Schule extra frei bekommen, um ihre Schwester anfeuern zu können. "Das Gute ist, dass die Kinder bei jeder Übung eine zweite Chance bekommen", sagt Burkhard Klaus, Naomis Vater. Zirkusdirektorin Manuela Maatz ist da ganz streng: Fällt einem Kind der Kelch vom Kopf, muss es von vorne beginnen. Auch wenn der Kelch erst auf der letzten Sprosse der Leiter fällt. "Dadurch geht aber kein Kind aus der Manege, ohne es geschafft zu haben", sagt Melanie Pesch.

Die Projektwoche kostet die Schule etwa 8500 Euro. Den größten Teil davon hat der Förderverein vorgestreckt, der auch eine große Cafeteria mit Kuchen und Waffeln aufgebaut hat. Vom Zirkus gibt es noch Popcorn und Süßigkeiten. Die Sparkasse Radevormwald beteiligt sich mit 750 Euro. Michael Scholz, Pressesprecher der Sparkasse, sieht sich das Spektakel an. "Diese Begeisterung ist überwältigend", sagt er.

(cha)