Hückeswagen: "Man braucht gute Nerven"

Hückeswagen : "Man braucht gute Nerven"

Wittfeld-Bauleiter Reinhard Stermann pendelt täglich zwischen mehreren Baustellen. Zweimal pro Woche auch zur Großbaustelle Stadtstraße. In seiner Freizeit widmet er sich der Politik – und züchtet Sennenhunde.

Zweimal in der Woche macht sich Reinhard Stermann auf den Weg von seinem Wohnort Mettingen im Kreis Steinfurt nach Hückeswagen. Er muss nach dem Rechten sehen auf der Großbaustelle Stadtstraße. Um 6.30 Uhr setzt sich der Bauleiter dann hinters Steuer. "Wenn alles gut geht, bin ich um 8 Uhr hier", erzählt der 59-Jährige und nippt an seinem Kaffee. Zunächst verschafft sich Stermann einen Überblick. Um 10.30 Uhr beginnt die Baukonferenz.

Wie läuft's, wo hakt's?

"Wir setzen uns mit dem Ingenieurbüro, Versorgungsträgern und dem Bauherrn zusammen und schauen, was gut und was weniger gut läuft", erzählt der Bauleiter, der aktuell noch zwei weitere große Baustellen betreut. Nach der Konferenz stehen interne Besprechungen an. "Wir stimmen Termine ab, planen den Personal- und Geräte-Einsatz für die kommende Woche. Dann geht's weiter zur nächsten Baustelle."

Nach der Mittleren Reife machte Stermann eine Ausbildung zum Bautechniker. Danach kam er zur Firma Wittfeld in Wallenhorst. Das ist jetzt 34 Jahre her. "Bauen macht Spaß", erzählt der Niedersachse. Zunächst habe er bei der Firma Wittfeld Abrechnungen und Vermessungsarbeiten gemacht. "In die Leitungsaufgaben bin ich nach und nach rein gewachsen." Innenstadt-Baustellen wie die Stadtstraße in Hückeswagen liegen dem Bauleiter besonders am Herzen. "Ich mag die Nähe zum Menschen", sagt Stermann. "Anonyme" Baustellen wie die auf Autobahnen langweilten ihn eher.

Gerne erinnert sich der Familienvater an die Innenstadt-Erneuerung in Kamen. "Es hat keine Konflikte gegeben, wir haben das Projekt unter sehr hohem Zeitdruck fertig gestellt." Zeitdruck mache eine Baustelle erst richtig spannend. "Man muss gute Nerven haben", ergänzt der Bauleiter. "Hier zeigt sich, wer's wirklich kann."

Auch in der Schloss-Stadt sei der Zeitdruck immens: "Wegen des langen und harten Winters liegen wir einige Wochen hinter dem Bauplan. Ich bin aber optimistisch, dass wir das bis zum Herbst wieder aufholen können." Spätestens im Frühjahr 2011 soll das Bauprojekt Stadtstraße abgeschlossen sein.

Stermanns privater Stolz ist sein dreijähriger Enkelsohn. "Tom möchte unbedingt mit zur Baustelle. Vielleicht bringe ich ihn mal mit nach Hückeswagen", erzählt er und schmunzelt. Der 59-Jährige widmet sich in seiner Freizeit der Kommunalpolitik. In seiner Heimatgemeinde ist Stermann seit 1984 politisch aktiv, unter anderem als Vorsitzender des Bauausschusses. "Ich kenne mich aus, möchte in meiner Heimat etwas bewegen", erzählt der Bauleiter über sich.

Zusammen mit Ehefrau Anne, mit der er seit 31 Jahren verheiratet ist, züchtet er Schweizer Sennenhunde. Mit den beiden eigenen Hunden ist das Ehepaar regelmäßig auf Ausstellungen. "Wir waren mit Dino und Bella auch schon in Stockholm und Amsterdam."

Auch seine Kinder machen Stermann viel Freude: "Mein Sohn macht eine duale Ausbildung im Baugewerbe, meine Tochter macht mit mir zusammen Kommunalpolitik. Man muss alle einbinden – in der Familie und auf der Baustelle."

(RP)
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