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Lokalderby SC Heide gegen RSV 09 Hückeswagen

Lokalderby : Eine eingeschworene Gemeinschaft

Hier der SC Heide, ein junger Klub, der mit viel Teamgeist den Aufstieg in die Kreisliga B schaffte, dort der Traditionsverein RSV 09 Hückeswagen, der vor einem Neuaufbau steht. Zum Saisonauftakt am kommenden Sonntag treffen sie aufeinander.

Wenn der Absteiger auf den Aufsteiger trifft, sind die Rollen in der Regel klar verteilt. Doch in Hückeswagen ticken die Uhren mitunter anders, und beim Fußball sowieso. Da macht sich jetzt der „Emporkömmling“ daran, dem Arrivierten das Leben schwer zu machen. Und das gleich zum Saisonauftakt der Kreisliga B: Am kommenden Sonntag trifft der SC Heide – Meister der C-Liga und erst vor zwei Jahren als Verein gegründet – auf den Traditionsklub RSV 09 Hückeswagen, der im Mai sein Team aus der Kreisliga A mangels Spielermasse zurückgezogen hatte. Dessen Vorsitzender Michael Steffens stellt dann auch kompromisslos fest: „Favorit ist ganz klar der SC Heide.“ Sein Kollege von der Lokalkonkurrenz, Kevin Zrock, ist da schon etwas vorsichtiger: „Die Vorzeichen stehen für uns besser. Aber der RSV hat nichts zu verlieren“, sagt er und fügt lächelnd hinzu: „Wir schon mit unserer großen Klappe.“

Um 17 Uhr wird das erste Spiel der neuen Saison auf dem Sportplatz Schnabelsmühle angepfiffen; Gastgeber ist der SC Heide, weswegen der Besuch der Begegnung auch kostenfrei sein wird. „Wir nehmen generell keinen Eintritt“, versichert Zrock. Die Einnahmen akquiriert der Klub aus dem Verkauf seines Getränke- und Imbissstands rechts neben der Umkleidekabine. In der Vorsaison kamen immer zwischen 80 und 120 Zuschauer, einmal – zum Altstadtfest – waren es sogar 150. Für das Lokalderby gegen den Raspo erhoffen sich die Heider Kicker mehr als 200 Fußballfans, was Vereinsrekord bedeuten würde.

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Zusätzlicher Reiz dürfte sein, dass einige Fußballer des SCH in der Vorsaison noch im grünen Trikot des RSV aufgelaufen waren. Und auch Trainer Norman Kirschsieper hatte früher für den Raspo gekickt.

Gleich in seiner ersten Saison hatte der SC Heide den Aufstieg geschafft. Und nicht nur das: Die Hückeswagener wurden dank 19 Siege und drei Unentschieden bei lediglich zwei Niederlagen sowie einem Torverhältnis von 133:41 unangefochten Meister der Kreisliga C. Acht Spieler schlossen sich dem Verein an, darunter fünf ehemalige Raspo-Kicker, drei verließen Heide. Allerdings gehört dazu auch Daniel Becker, der zum SSV Bergisch Born wechselt und mit 40 Treffern bester Heider Torschütze und zweitbester der Kreisliga C war. Insgesamt stehen dem SCH 32 Spieler zur Verfügung. „Wenn wir zehn Spieler mehr gehabt hätten, hätten wir eine zweite Mannschaft gebildet“, sagt Zrock. Sollte der Verein im Laufe der Saison noch Zuwachs bekommen, könnte vielleicht doch noch eine zweite gebildet werden, die dann zunächst außer Konkurrenz in der C-Liga mitkickt.

Von einem solchen „Luxusproblem“ ist der RSV 09 weit entfernt. Nach dem Zwangsabstieg – der Vorstand hatte wenige Spieltage vor Saisonende das Team aus der Kreisliga A zurückziehen müssen, weil nur noch eine Hand voll Spieler zur Verfügung stand – muss der 109 Jahre alte Verein nun eine Liga tiefer den Neuanfang wagen. 23 Spieler stehen dem Trainergespann David Cocina und Evren Ulas zur Verfügung, wie Vorsitzender Michael Steffens berichtet. Vier Spieler sind noch aus der Kreisliga-A-Mannschaft übrig geblieben, einige sind neu dazu gekommen, der überwiegende Rest sind A-Jugendliche. 

Für Steffens steht dann auch fest: „Unser Ziel ist es, den Abstieg zu vermeiden.“ Der Vorstand setze aber weder Spieler noch Trainer unter Druck. Denn im Vordergrund steht der Neuanfang. Der SC Heide hat da schon ambitioniertere Ziele: Ein Platz im oberen Drittel peilt das Team, das sich durch Disziplin und Zusammenhalt auszeichnet, an. Auch wenn es in den Testspielen gegen höherklassige Teams zuletzt teils heftige Niederlagen gegeben hatte. „Bei uns steht immer noch der Spaß im Vordergrund“, betont Kevin Zrock. Den dürfe gerne auch der Gegner haben – aber nur nach dem Spiel beim gemeinsamen Biertrinken.