Hückeswagen: Lieber "gärtnern" als arbeiten

Hückeswagen : Lieber "gärtnern" als arbeiten

Unkraut zupfen, Rasen mähen oder Hecke schneiden macht natürlich nicht immer Spaß. Aber spätestens nach 20 Minuten Gartenarbeit stellt sich Entspannung ein – also statt ins Fitness-Studio oder in den Wellness-Tempel ab in den Garten. Umso erstaunlicher, dass wir diese ideale Freizeitbeschäftigung als Arbeit bezeichnen. Das ist typisch deutsch und hat sicher etwas mit unserer Gründlichkeit zu tun. In diesem Punkt sollten wir uns vielleicht ein Beispiel an den Engländern nehmen. Nicht, dass diese schlampig wären, aber wenn die Insulaner in ihrem Garten werkeln, haben sie für diese Tätigkeit eine liebevolle Beschreibung: "gardening".

Und dass die Briten einfach Spaß daran haben, drückt Gabriella Pape recht drastisch so aus: "Gardening is the new sex." Die Gründerin der Königlichen Gartenakademie in Berlin hat Gartenbau und Landschaftsarchitektur in Großbritannien studiert und muss es also wissen. Und sie sagt weiterhin: "Der Engländer kennt die Namen seiner Pflanzen, der Deutsche den Preis." Aber, wenn das mit dem Sex auch ein wenig übertrieben klingen mag, gärtnern macht definitiv Spaß. Im Trend ist die "Gärtnerei" zurzeit ohnehin, das beweisen die vielen Bücher, Zeitschriften und Sendungen zum Thema – Kochshows waren gestern.

Die Berliner Expertin hat aber sicher recht damit, dass unsere Einstellung zum Garten manchmal zu verkrampft ist. Wir sollten also weg von der leidigen Pflichtübung hin zu einer lockeren Freizeitbeschäftigung. Das entsprechenden Tätigkeitswort dazu wäre dann "gärtnern" – und das wollen wir von jetzt an tun.

Fragen zum Thema Garten beantwortet Gartenbauingenieurin Regina Hildebrandt unter

www.rp-online.de/bergischesland

(RP)
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