Hückeswagen: Lidl: SPD will Klarheit bis Februar

Hückeswagen : Lidl: SPD will Klarheit bis Februar

Das Blut der Genossen geriet stark in Wallung, als am Mittwochabend auf der gut besuchten Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins im Hotel Kniep das Thema Lidl/Stadtstraße zur Sprache kam. Die Parteispitze äußerte sich zu dem Vorschlag der CDU, die den Discounter gerne auf einem städtischen Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft zu Aldi an der Ladestraße angesiedelt haben möchte.

Würde das Vorhaben in die Realität umgesetzt, würde das eine abgespeckte Stadtstraße, wenn nicht sogar das Aus der inneren Ortsumgehung bedeuten. "Ich warne hier vor Schnellschüssen", sagte daher Fraktionschef Jürgen Quass. Wichtig sei zuerst die äußere Umgehungsstraße, die den Verkehrsfluss durch die Innenstadt entscheidend verändern würde.

Auch Hans-Jürgen Grasemann, der Quass als Fraktionschef zum 1. Januar ablösen wird, drückte auf die Bremse. "Wichtig ist erst einmal die Tatsache, dass wir eine Alternative vorliegen haben", betonte er auf Nachfrage der BM. In seinen Ausführungen hatte Grasemann die vermeintliche Unlogik in der Argumentationskette des Einzelhandels bemängelt: "Der selbe Einzelhandel, der den Lidl in der Innenstadt haben will, hat in der Vergangenheit die Öffnung der Islandstraße gefordert, weil die Parkplätze an der Goethestraße angeblich zu weit entfernt seien", erinnerte er. Als unschlüssig empfindet er, dass einerseits das kurze Stück von der Goethestraße zur Islandstraße zu weit sei, anderseits die Kunden, die auf dem Etapler Platz parken, zu Fuß ihre Besorgungen bei Lidl machen sollen.

Einige SPD-Mitglieder stellten die Notwendigkeit einer Ansiedlung von Lidl in der Innenstadt generell in Frage. "Ich habe mich in meinem Bekanntenkreis einmal umgehört: Keiner sieht dort einen Bedarf", sagte ein Genosse.

Um die Meinung der Bevölkerung genauer einschätzen zu können, kündigte der Vorsitzende des Ortsvereins Horst Fink an, eine Umfrage starten zu wollen. Das soll sowohl über das Internet als auch mit ausliegenden Fragebögen erfolgen. "Bis Februar 2008 will der Ortsverein Klarheit haben", betonte er. Derweil mahnte Willy Stahl ein gewisses Tempo an: "Wir müssen nun schnell reagieren und unsere Position klar machen", forderte das Kreistagsmitglied.

(RP)
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