Hückeswagen: Leitsystem hilft gegen Parkchaos an der Bever

Hückeswagen : Leitsystem hilft gegen Parkchaos an der Bever

Das Parkleitsystem ist installiert - das Ordnungsamt hatte dennoch gut zu tun. Teilweise aus dem Rheinland und Ruhrgebiet kamen die Badegäste an die Talsperre. Die meisten verhielten sich vernünftig.

Im kühlen Wasser ließen sich die Temperaturen von mehr als 30 Grad am Samstag am besten ertragen. Daher nutzten viele den Wochenendtag, um an die Bever-Talsperre zu fahren. Die lange Suche nach einem geeigneten Parkplatz blieb jedoch aus. Es fand sich immer eine Lücke am Straßenrand oder auf den gekennzeichneten Parkflächen. Florian Rengers und Jennifer Stelle aus Schwelm waren zum ersten Mal an der Bever und hatten den Parkplatz an der Zornigen Ameise angesteuert. "Wir sind zuerst in das Chaos hineingefahren und haben dann aber gesehen, dass man auch oberhalb des Parkplatzes auf der Wiese parken kann", sagte das Paar. Entspannt wurden daraufhin Schwimmflossen, Schnorchel und Unterwasserkamera angelegt und sich ins Wasser gestürzt.

Andreas Henseler vom Ordnungsamt konnte von so einer Abkühlung nur träumen. Vom Vormittag bis in die Abendstunden umrundete er im Auto die Talsperre mit Blick auf die geparkten Wagen. 30 Verwarnungen musste der Stadtmitarbeiter allein am Samstag verteilen, weil Pkw nicht ordnungsgemäß abgestellt wurden. Ein Pkw parkte zudem im Landschaftsschutzgebiet, vier im Wald. Sie versperrten die Zufahrt zur Weide. Besonders in Siepersbever fehlte es an Stellflächen. Ein Autofahrer hatte sogar die Feuerwehrzufahrt zugeparkt. "Wir haben sehr umfangreich mit Megafon gearbeitet", sagte Andreas Henseler, der sich mit dem Hilfsmittel am Ufer auf die Suche nach dem Falschparker gemacht hatte. Der Stadtmitarbeiter vermutete, dass die bloße Anwesenheit der Ordnungshüter wie auch die neuen Schilder zum Parkleitsystem ein größeres Parkchaos verhindert haben. Den meisten Bever-Besuchern, die teilweise aus Köln, Leverkusen, Wuppertal, Remscheid und dem Ruhrgebiet kamen, fielen die Schilder jedoch gar nicht auf. Nicht einmal Renzo Valenti hatte das neue Schild bemerkt, obwohl es gleich schräg gegenüber von seinem Eis- und Imbisswagen am Beverdamm hängt.

Die große Bewährungsprobe für das Parkleitsystem steht vermutlich auch noch aus, da der ganz große Andrang am Wochenende ausblieb. "Wir haben überraschend gut einen Parkplatz gefunden", sagte Markus Schötz aus Overath. Nico Röser aus Radevormwald hatte vorsorglich auf der als Parkplatz gekennzeichneten Wiese in Oberlangenberg geparkt. "Ich zahle lieber zwei Euro und gehe einige Schritte zu Fuß, als abgeschleppt zu werden", sagte der 21-Jährige.

Für Andreas Henseler folgte nach mehrstündiger Straßenkontrolle noch eine Bootsstreife in Kooperation mit dem Wupperverband. Fünf Grillfeuer mussten wegen der Waldbrandgefahr gelöscht werden. "Grillen ist nur auf dem Campingplatz erlaubt", erklärte Henseler. Dort kostet der Aufenthalt zwar Geld (Erwachsene drei Euro, Kinder 1,50 Euro), dafür gebe es aber auch die komplette Infrastruktur. Mick Lorenz, Pächter des Ausflugslokals "Zur Zornigen Ameise", war aufgrund des guten Wetters und der vielen Gäste gestresst, aber auch sehr zufrieden. "Die Gäste sind alle gut drauf und auch geduldig, wenn es mal länger dauert", beschrieb er die gute Stimmung. "Für das tolle Wetter war es recht entspannt", zog auch Andreas Henseler vom Ordnungsamt ein positives Fazit.

(heka)
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