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Hückeswagen: Leiter der Hauptschule lässt Amt ruhen

Hückeswagen : Leiter der Hauptschule lässt Amt ruhen

Achim Köllen übt seit Montag seine Aufgaben als Leiter der Montanusschule nicht mehr aus. "Sein Amt ruht", sagte gestern Freia Johannsen, Sprecherin der Bezirksregierung. Das ist der vorläufige Schlussstrich unter monatelange Querelen.

Für Gerd Püschel geht es seit Anfang der Woche dort weiter, wo es am 18. Februar 2013 für ihn bis auf Weiteres aufgehört hatte: Er ist wieder kommissarischer Leiter der Montanusschule. Eine Funktion, die er schon seit dem 30. September 2009 innehatte, nachdem der damalige Rektor Klaus Willborn ausgeschieden war. "Wir knüpfen wieder an damals an", sagte Püschel gestern auf Anfrage der BM. Die Schule habe viel in Bewegung gesetzt, und das Team werde es jetzt auch wieder schaffen.

Gestern Morgen bestätigte Bürgermeister Dietmar Persian der BM: "Herr Köllen übt seit Montag seine Aufgaben als Leiter der Montanusschule nicht mehr aus." Die Schulleitung, führte Persian weiter aus, liege jetzt bei Gerd Püschel "und damit in sehr guten Händen".

Die Hückeswagener Hauptschule und Achim Köllen - das hat anscheinend von Beginn an nicht gepasst. Der gebürtige Kölner stand am 18. Februar vorigen Jahres plötzlich auf der Matte und teilte dem verdutzten Lehrerkollegium mit, dass er von der Bezirksregierung rückwirkend zum 1. Februar zum Schulleiter eingesetzt worden war (s. Kasten). "Wir wussten von nichts", erinnerte sich Püschel. "Das war schon eine unglückliche Situation, die durch die Entscheidung der Bezirksregierung entstanden war." Auch ließ der unter Willborn und Köllen als stellvertretender Schulleiter fungierende Püschel durchblicken, dass der Kollege an der Schule einen "schlechten Start" erwischt hatte.

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In seinen fast auf den Tag genau 21 Monaten als Leiter der Montanusschule hat sich Köllen offenbar bei einigen Schülern und Eltern schnell und anhaltend unbeliebt gemacht, weil er unsensibel und unangemessen mit den Jugendlichen umgegangen sein soll. Schon zu Beginn dieses Jahres gab es aufgrund seines Verhaltens einen regen Schriftverkehr zumindest zwischen einem Elternteil eines Kindes und dem Schulamt des Oberbergischen Kreises bzw. der Bezirksregierung Köln. In einer Antwort der Bezirksregierung heißt es: "(...) Ihre Beschwerde war Anlass für die Bezirksregierung, zusammen mit dem Schulamt für den Oberbergischen Kreis die Angelegenheit sowohl schulfachlich als auch dienstrechtlich umfassend aufzuarbeiten. Die Bezirksregierung hat im Zusammenwirken mit dem Schulamt als untere Schulaufsicht in einem umfassenden Gespräch mit Herrn Köllen eine Reihe von Maßnahmen besprochen, um künftig Vorfälle, wie sie in Ihrer Beschwerde beschrieben wurden, zu verhindern. Auch in der Schule wurden wichtige Schritte eingeleitet. (...)"

Achim Köllen sagte auf BM-Anfrage: "Vor den Sommerferien gab es ein klärendes Gespräch mit der Bezirksregierung." Dabei sei auch über die Vorwürfe gesprochen worden, die anschließend ad acta gelegt worden seien. "Sie hatten sich als haltlos erwiesen", betonte Köllen, der mit Verweis auf das schwebende Verfahren nicht mehr sagen wollte.

Überrascht war Christian Ehrich, Vorsitzender der Schulpflegschaft, der die aktuelle Entwicklung noch nicht kannte. "Ich habe nur zweimal mit Herrn Köllen zu tun gehabt, ihn dabei aber als netten Menschen kennengelernt", betonte er. Ihm sei nichts Negatives aufgefallen. Die Vorwürfe, die gegen den Schulleiter erhoben wurden, "kann ich nicht bestätigen".

Bürgermeister Persian ließ gestern offen, wie es jetzt weitergeht. Er betonte aber: "Ich blicke optimistisch in die Zukunft."

(RP)