Hückeswagen: Laternen-Test für Schulbushaltestellen

Hückeswagen : Laternen-Test für Schulbushaltestellen

Drei Schulbushaltestellen in Außenbereichen will die Stadt jetzt testweise verbessern und mit Solarleuchten versehen. Das beschloss der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Auch sollen verblasste Haltestellen-Schilder erneuert werden.

In wenigen Wochen hat Melina Lörsch aus Kleineichen das erste Schuljahr hinter sich. Neben Rechnen, Schreiben und Lesen dürfte die Grundschülerin auch vor allem eines in den vergangenen zehn Monaten gelernt haben: sich vorsichtig im Verkehr zu bewegen. Denn die Erstklässlerin der Grundschule Wiehagen geht jeden Morgen bis zur Schulbushaltestelle in Großberghausen. Dort gibt es weder separate Gehwege entlang der K 12, und die Haltestelle selbst ist nicht ausgeleuchtet. Das hatte ihrer Mutter Tanja Lörsch im Oktober am Bürgermonitor unserer Redaktion scharf kritisiert. In den vergangenen Wochen war das Problem mit der fehlenden Beleuchtung nicht mehr akut, weil es morgens schon hell ist, wenn sich Melina und die anderen Kinder in Hückeswagen auf den Schulweg machen. Im Herbst und Winter ist im Dunkeln jedoch immer auch die Angst ein ständiger Begleiter.

Das könnte sich bald ändern, denn die Stadt will zumindest drei Schulbushaltestellen in Außenbereichen sicherer machen: neben der in Großberghausen noch die beiden in Röttgen auf beiden Seiten der K 5 und in Vormwald an der K 11. Das ist das Ergebnis der Beratung im Bauausschuss.

An allen drei Standorten sollen Warteflächen, sofern es sie noch nicht gibt, hergerichtet werden. Dazu muss die Stadt in Großberghausen, Vormwald und Röttgen jeweils ein kleines Grundstück erwerben. Zudem sollen die Schulbushaltestellen mit Solarleuchten ausgestattet werden, die im Winter immerhin etwa vier Stunden Licht abgeben können. Darüber hinaus sollen im gesamten Stadtgebiet Haltestellenschilder für Schulbusse, die ausgeblichen sind, erneuert werden. "Manche Schilder reflektieren kaum noch", sagte Waldemar Kneib vom Bauamt.

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Er stellte vier Solar-Leuchten vor, die schon in Wipperfürth im Einsatz sind. Die Anschaffungskosten liegen pro Laterne zwischen 2000 und 6000 Euro, für die Montage kommen noch einmal jeweils 1500 Euro hinzu. Die Erfahrungen, die in der Nachbarstadt damit gemacht wurden, sind allerdings nicht allzu positiv. Die Knackpunkte sind etwa eine zu kurze Leuchtzeit und ein schwacher Akku, der nach spätestens vier Jahren ausgewechselt werden muss (Kostenpunkt: 500 Euro). Nur eine Solarleuchte bekam gute Kritiken - die mit Abstand teuerste.

Die Stadtverwaltung will jetzt noch ein Angebot von der Firma HSW Stadtfeld in Kleineichen einholen, die ebenfalls solche Leuchten anbietet. Dann will sie sich für ein Produkt entscheiden, das an den drei Haltestellen getestet werden soll. Normale Straßenlaternen sind dort kaum machbar, wie Bauamtsleiter Andreas Schröder klarstellte. Denn dafür müssten Stromkabel über viele Meter verlegt werden, was finanziell für die Stadt nicht zu stemmen ist. Von den 79 Schulbus-Haltestellen im Stadtgebiet sind nur 16 gut ausgeleuchtet, 44 sind dagegen völlig unbeleuchtet - fast alle liegen in den Außenbereichen.

In der nächsten dunklen Jahreszeit könnte Melina Lörsch, wie andere Schulkinder aus den Bereichen Großberghausen, Röttgen und Vormwald, vielleicht schon im Schein einer Solarleuchte und auf einer ausreichend großen und befestigten Fläche auf den Schulbus warten. Allerdings wird es eines nicht geben: befestige Gehwege bis zu den Halstestellen. Dafür sind die Kreisstraßen teilweise zu schmal, und es dürfte sehr schwierig und vor allem kaum bezahlbar sein, die entsprechenden Grundstücke zu erwerben.

(büba)
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