Hückeswagen: Landwirte lehnen Fernwanderweg ab

Hückeswagen : Landwirte lehnen Fernwanderweg ab

Kaum hatte Manfred Rüter bei der Infoveranstaltung der Naturarena zu Wanderwegen in Hückeswagen am Donnerstagabend seine einleitenden Worte beendet, hagelte es auch schon Kritik.

Nicht am Vorsitzenden der Ortsbauernschaft, sondern an den Planern und den Plänen für den Wanderweg "Wege durch die Zeiten". Diese wurden im Laufe des Jahres von der Naturarena in Form von Karten und Skizzen vorgestellt und erreichten nun auch die Verantwortlichen der Ortsbauernschaft.

Kreis droht Millionen-Rückzahlung

Die bergische Tourismusorganisation plant zwei Fernwanderwege. Einer von ihnen ist der auch über das Stadtgebiet verlaufende "Bergische Panoramaweg", an den sich wiederum 20 kleinere Rundwege angliedern sollen. "Es hat eine Ausschreibung gegeben. Wenn das Projekt nicht bis Ende des Jahres abgeschlossen ist, muss der Oberbergische Kreis zwei Millionen Euro Zuschüsse zurückzahlen", schilderte Rüter die Ausgangslage. Ziel des Gesamtprojekts "Wege durch die Zeiten" ist die Schaffung eines zusammenhängenden Qualitätswanderwegs in NRW mit einer Länge von mehr als 1000 Kilometern.

In der Versammlung wurden die Mitglieder gebeten, ihre Meinung zu dem Thema zu sagen. "Ich bin grundsätzlich dagegen", sagte Landwirt Manfred Schoenfeld. "Wir haben sowieso schon Probleme mit Leuten, die einfach quer über unsere Felder laufen. Außerdem haben wir ausreichend Wanderwege." Die Kritik entzündete sich vor allem daran, dass der Weg nicht nur über Wanderwege, sondern auch über neue, nicht markierte Wege und Trampelpfade führen soll.

In einer ersten Besprechungsrunde in 2010 hatten Vertreter der Stadt, hiesige Wandervereine und Bürger zusammengesessen, um einen Weg zu finden, der von der Stadtgrenze Radevormwald Richtung Wermelskirchen verlaufen soll. Doch dieser Weg entsprach nicht den strengen Zertifizierungskriterien, den die Naturarena an das Projekt anlegt. Zu viele Teile der ursprünglichen Route verliefen etwa über asphaltierte Wege.

Die Stadt sah sich gezwungen, eine neue Route vorzuschlagen, die den Kriterien entspricht. Diese war nun Gegenstand der Diskussion. "Wir fühlen uns brüskiert, dass die Eigentümer nicht im Vorfeld einbezogen wurden", kritisierte Rüter. Allerdings gab es an diesem Abend auch niemanden, der auf Anhieb ein konkretes Problem an einer bestimmten Stelle erkennen konnte. Zu neu waren die auf dem Tisch ausgebreiteten Pläne.

Musterverträge in der Kritik

Nicht einfach so akzeptieren wollen die Landwirte auch Formulierungen in Musterverträgen, die die Eigentümer mit dem Projektträger abschließen sollen. "Die Übernahme der Verkehrssicherungspflicht lehnen wir ab", stellte Rüter klar.

(nob)
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