Hückeswagen: Lärm und Stau auf der L 101

Hückeswagen : Lärm und Stau auf der L 101

Diese Woche begannen die Arbeiten auf der B 237. Auf der Umleitungsstrecke kommt es zu hohem Verkehrsaufkommen. Die Anwohner in Dreibäumen sind genervt. In Dörpe freut man sich über die ungewohnte Ruhe.

Dreibäumen ist eine kleine Ansammlung von Häusern. Hier geht es normalerweise ziemlich ruhig zu. Seitdem jedoch die Umleitungsstrecke für die gesperrte B 237 dort von der L 101 auf die L 80 Richtung Bergisch Born abbiegt, knubbelt sich der Verkehr in der kleinen Ortschaft.

Eine Ampel regelt den Verkehr an der Abzweigung, im scharfen rechten Winkel biegen große Sattelschlepper auf die schmale Landstraße nach Bergisch Born — einige der schwer beladenen Riesen kommen nur mit Rangiermanövern um die enge Kurve. Und sorgen so für Rückstau.

Seit 54 Jahren wohnt Erika Konrad in ihrem Haus direkt an der L 101. "Es ist ganz schlimm mit dem Verkehr, vor allem von sechs bis neun Uhr morgens", erklärt die Rentnerin. "Wir haben die Ampel vor der Tür, da meint man, dass die Autos direkt bei uns im Wohnzimmer stehen."

Mindestens vier Monate muss Erika Konrad noch mit dem Gestank und dem Lärm der vielen Fahrzeuge leben. "Ich verstehe ja, dass es eine Umleitung geben muss. Unsere Straße ist aber genauso kaputt wie die B 237", sagt Konrad. Und in der Tat ist die L 101 in einem sehr schlechten Zustand. Tiefe Schlaglöcher sind nur provisorisch gestopft worden, für die Stoßdämpfer ist die Straße eine echte Herausforderung. "Über die Umgehungsstraße direkt vor unserer Haustür sind wir leider gar nicht informiert worden, das weiß ich nur aus der BM", beschwert sich Konrads.

Des einen Leid ist des anderen Freud. Für die Anwohner an der B 237 in Dörpe bedeuten die Bauarbeiten, dass ihre Straße zu einer ungewohnten Ruhezone geworden ist. "Wir genießen es sehr, hier endlich mal Ruhe zu haben", erzählt Franz Fabris, der mit seiner Familie und einigen Island-Ponys direkt an der Bundesstraße wohnt.

"Von mir aus könnte es so bleiben, endlich können wir mit den Ponys mal ungehindert die Straße überqueren", fügt er hinzu. Außerdem seien sie von der Baufirma gut informiert worden. Dass es vor seiner Haustür bald laut wird, wenn der Teerbelag abgefräst wird, nimmt der Anwohner nur zu gerne hin. "Ganz ohne Lärm geht es natürlich nicht, aber der entsteht nur am Tag. In der Nacht ist es hier so ungewohnt ruhig", schwärmt Fabris. Im August wird es dann mit der Ruhe für ihn vorbei sein. Es ist der Monat, den die Menschen in Dreibäumen sehnsüchtig erwarten.

(RP/rl)