Mehrere Fälle in Hückeswagen: Ladesäule wird zum Ziel von Vandalen

Mehrere Fälle in Hückeswagen : Ladesäule wird zum Ziel von Vandalen

Erst im Herbst wurde sie auf dem Etapler Platz aufgestellt, jetzt denken Stadt und BEW über ihre mögliche Versetzung nach. Denn die Ladesäule für E-Bikes neben dem Rewe-Eingang ist in den vorigen Wochen mehrfach beschädigt worden.

Der Radtourismus in der Schloss-Stadt boomt, seitdem vor genau acht Jahren der Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse eröffnet wurde. Ebenfalls im Trend sind E-Bikes, mit denen vor allem ältere Menschen auch Touren im Bergischen ohne größere Mühe bewältigen können. Was lag es für die Stadt und die Bergische Energie- und Wasser-GmbH (BEW) näher, als auf dem neu gestalteten Etapler Platz eine Ladesäule für E-Bikes zu installieren? Schließlich liegt der Radweg nur wenige Meter entfernt.

Anfang November wurde der umgestaltete Etapler Platz offiziell freigegeben, seitdem besteht dort links neben dem Eingang des Rewe-Markts die Möglichkeit, sein E-Bike aufzuladen. In den drei Fächern, die durch Türen gesichert sind (siehe Info-Kasten), sind jeweils drei Steckdosen untergebracht. "Wirklich genutzt werden dürften sie jedoch erst seit dem Frühjahr", sagt Bauamtsleiter Andreas Schröder im Gespräch mit unsere Redaktion. Seit Anfang Mai ist die Ladesäule immer wieder ein Ziel von Unbekannten, die offenbar Gefallen daran finden, vor allem die Türen zu beschädigen. Auch als Mülleimer werden die Fächer regelmäßig missbraucht.

"Wir hatten jetzt in drei Wochen vier Schadensfälle", berichtet Schröder. Dabei wurden entweder die Türen eingedrückt oder die Verschlüsse abgeschraubt. Mitarbeiter des regionalen Energieversorgers hätten die Schäden bislang zweimal behoben. Der Bauamtsleiter geht davon aus, dass der Vandalismus in den Abendstunden passiert ist. Denn tagsüber wäre das direkt neben dem viel frequentierten Eingang des Rewe-Markts und in unmittelbarer Nähe der Parkplätze aufgefallen.

Foto: Stephan Büllesbach

Gestern waren "nur" eine zusammengedrehte Getränkedose und eine benutzte Serviette im untersten Fach der Ladesäule zu finden. Aber dort hineingestopft worden sind laut Schröder auch schonmal halb gegessene Döner, aus denen die Soße getropft war. "Auch das ist Vandalismus", stellt er klar. Denn schließlich müssten die Essensreste von jemanden beseitigt werden, und wer packe da schon gerne hinein?

Für Stadt und BEW stellt sich jetzt, nur etwas mehr als ein halbes Jahr nach Inbetriebnahme der Ladesäule, die Frage, was mit ihr geschehen soll. "Der Standort ist doch eigentlich ideal", unterstreicht Schröder. So stehen den Radfahrern auch einige Fahrradständer zur Verfügung. Einen Alternativstandort hat weder die Stadt noch die BEW. "Es bringt ja auch nichts, die Ladesäule dorthin zu stellen, wo niemand sie sieht", betonte Schröder.

Das sieht Jens Langner, Geschäftsführer der BEW, ähnlich. "Wir haben uns noch keine Gedanken über einen Alternativstandort gemacht", sagt er auf Anfrage. Hofft er doch, dass der Vandalismus jetzt aufhört und die Ladesäule nicht weiter repariert werden muss.

Langner ist, wie Schröder, verärgert über die Unbekannten, die fremdes Eigentum mutwillig beschädigen: "Das kostet alles Geld für nichts und wieder nichts." Die Ladesäule sei eigentlich ein gutes Angebot für die Stadt, stattdessen sei sie nun Ziel von Vandalen. Er appelliert an Zeugen, die die Rowdys bei ihrem verbotenen Tun beobachten, sich bei der Stadt, der BEW oder der Polizei zu melden.

Sollten die Beschädigungen nicht aufhören, müssten sich Stadt und BEW doch Gedanken über einen alternativen Standort machen. Langner: "Es hilft ja nicht, wenn die Ladesäule nicht funktioniert."

(büba)