Kunstausstellung mit christlichem Bezug

150 Jahre Freie evangelische Gemeinde : Kunstausstellung mit christlichem Bezug

Die fotografischen Arbeiten „Anno Domini“ von Künstler Dieter Otten stellen Teile des Evangeliums in einer lesbaren Bildsprache dar. Am Samstag eröffnete die Freie evangelische Gemeinde die 14-tägige Ausstellung mit einer Vernissage.

Wie lässt sich das Evangelium von Jesus Geburt an bildlich, künstlerisch und verständlich zugleich ausdrücken? Künstler und Fotograf Dieter Otten ist das gelungen. Er erschuf den Bilderzyklus „Anno Domini“ (lateinisch: Im Jahr des Herrn) innerhalb von zwei Jahren (1990-1992). Mittels komplexer Medientechnik entstanden aus einer fotografierten weißen Kugel unterschiedliche Illustrationen, die Auszügen aus der Bibel zugeordnet sind. Zu sehen ist die zwölfteilige, großformatige Bilderserie derzeit im Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Lindenberg. Das Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen nahm die Glaubensgemeinschaft zum Anlass, diese ausdrucksstarke Ausstellung nach Hückeswagen zu holen.

Künstler Dieter Otten kam persönlich zur Vernissage am Samstagnachmittag und gab eine kleine Einführung in die Entstehungsgeschichte seiner Werke. Dabei dankte er den Gemeindemitgliedern, die die Räumlichkeiten explizit für die Ausstellung vorbereitet hatten. Denn für die großformatigen Kunstwerke mussten Fenster verhängt und weitere Betrachtungsflächen geschaffen werden. Der Raum erhielt dadurch eine neue Atmosphäre. „Die meditative Betrachtung der fotografischen Ausstellung regt an, so dass man gedankenvoll und verändert diese Räume verlassen kann“, sagte Pastor Frank Junker bei der Begrüßung der Gäste, die trotz des parallel stattfindenden Altstadtfests zur Ausstellungseröffnung gekommen waren. „Anno Domini“ steht für die christliche Zeitrechnung. Die bildlich dargestellten Zeitabschnitte beginnen bei der Geburt des Kindes über den Jüngsten Tag bis zur Verheißung des neuen Himmels und der neuen Erde.

Dieter Otten, der in Essen geboren ist und seit 40 Jahren im Bergischen Land lebt, versteht die Kunst als Selbstmitteilung. „Kunst, die nichts will, ist keine Kunst“, betonte er. Es sei ihm wichtig, dass der Betrachter seiner Bilder innerlich stoppt und den roten Faden der Serie aufnehmen kann. „Es lässt sich sofort erkennen, was gemeint ist, wenn man die Bibel kennt oder Christ ist“, fügte der 67-Jährige hinzu. Er selbst sei schon im Elternhaus mit Kunst in Berührung gekommen. „Meine Mutter schrieb Gedichte für das Essener Jahrbuch, mein Vater fotografierte viel“, sagte der Künstler. Talent und das soziale Umfeld hätten ihn geprägt. „Ich war immer ein ‚Sehnsucher‘“, sagte der Künstler über sich selbst. Daher gebe er mit seinen Bildern Denkanstöße. „Sendepausen inmitten der Bilderflut, die uns umgibt“, beschrieb er es treffend. Seine Werke sind regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen sowie in Galerien zu sehen. Den Kontakt zum Künstler stellte Gemeindemitglied Marianne Stubenrauch her. Sie hatte Bilder von Dieter Otten im Deko-Laden „Vermira“ an der Islandstraße entdeckt. „Die Ausstellung ist ideal für unsere 150-Jahr-Feier“, war sich die Hückeswagener Künstlerin sofort sicher. Musikalisch untermalt wurde die Vernissage von Carsten Stüwe am Klavier. Besucht werden kann die Kunstausstellung bis 22. September im Gemeindehaus der FeG.

Am 26. Oktober folgt eine Bilderausstellung über die Geschichte der FeG Hückeswagen. Den Abschluss des Jubiläumsjahrs bildet ein Konzert von „Samuel Harfst und Band“ am Samstag, 17. November, 19.30 Uhr, im Hückeswagener Forum.

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