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Kulturelle Vielfalt im Hückeswagener Wohnzimmer

Kulturstätten Kultur-Haus Zach : Kulturelle Vielfalt im Wohnzimmer

Das Kultur-Haus Zach ist aus dem kulturellen Leben der Schloss-Stadt nicht mehr wegzudenken. Ende 2011 wurde es eingeweiht. Das Programm lebt von der großen Vielfalt. Die Veranstaltungen sind zumeist gut besucht.

Das Kultur-Haus Zach an der oberen Islandstraße hat sich in den vergangenen sieben Jahren zu einem kulturellen Kleinod in der Schloss-Stadt entwickelt. Die meist mehreren Veranstaltungen in der Woche aus den Bereichen Kleinkunst, Comedy, Folk oder anderer Musik sind zumeist gut besucht, was sicherlich am Anfang nicht immer der Fall war. Aber natürlich dauert es auch, bis sich ein neues Angebot etabliert. Das weiß auch Stefan Noppenberger, der von Anfang an dabei war. „Wir haben grundsätzlich immer an den Erfolg unseres Projekts geglaubt, sonst hätten wir den Schritt gar nicht wagen können“, sagt der Vorsitzende des Stadtkulturverbands. Er erinnert sich an die Anfänge zurück und sagt, dass es durchaus nicht einfach war, die Hückeswagener an das Kultur-Haus Zach als Veranstaltungsort zu gewöhnen. „Es gab ja bis dahin nur im Forum ein paar kulturelle Veranstaltungen pro Jahr, es war also auch etwas Neues.“ Umso mehr freue es ihn, dass die Einwohner der Schloss-Stadt das Angebot mit so unterschiedlichen Künstlern annehmen würden.

Die Örtlichkeit an sich ist schon ungewöhnlich, da es sich bei der Immobilie an der Islandstraße 5 bis 7 ja um ein altes Haus handelt, in dem sich früher ein exklusives Bekleidungsgeschäft und verschiedene andere Kaufhäuser befanden. Seit Mitte der 1980er-Jahre steht das Haus leer, denn das Möbelhaus Happel, dass seit 1968 darin untergebracht war, war nach Wiehagen in einen ungleich größeren Neubau gezogen. Schon im Jahr 2004, sieben Jahre vor der Eröffnung des heutigen Kultur-Hauses Zach, hat es eine erste Berührung mit dem Hückeswagener Kulturleben gegeben. „Damals hatten wir die allererste Kulturmesse dort veranstaltet, anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Stadtkulturverbands“, sagt Noppenberger. An eine Nutzung des Haus Zachs als Kulturstätte habe damals aber noch kein Mensch gedacht.

Nach einem kurzen Intermezzo als „Stöbercenter“ von 2004 bis 2009 ist es dann aber soweit. Die Idee ist geboren, ein Kultur-Haus mitten in der Hückeswagener Altstadt zu etablieren. Das Konjunkturpaket II ist an dieser Stelle ein wichtiger Partner, denn mit den Geldern aus diesem Paket wird beschlossen, das 1903 gebaute Haus zu renovieren und umzubauen und darin eine Kulturstätte einzurichten. „Zu diesem Zweck wurde 2009 der Trägerverein Kultur-Haus Zach gegründet, der das Projekt nicht nur realisiert hat, sondern es auch heute noch trägt“, sagt Noppenberger, der zudem darauf verweist, dass das Kultur-Haus Zach ohne die Mithilfe von vielen engagierten Bürgern überhaupt nicht möglich sei. Noppenberger sagt, dass der besondere Charme des alten Hauses nicht nur bei den Besuchern beliebt sei, sondern auch bei den Künstlern, die ja zumeist große Hallen und auch größeres Publikum gewöhnt seien. „Ich zitiere da immer gerne den Tenor Johannes Groß, der schon mehrfach bei uns zu Gast war“, sagt Noppenberger. Der habe nämlich in Hückeswagen gesagt: „Eure letzte Reihe ist sonst die erste Reihe bei meinen Auftritten.“ Die familiäre Atmosphäre, die es den Künstlern auch problemlos ermögliche, mit dem Publikum in der Pause oder nach dem Auftritt ins Gespräch zu kommen, sei das große Plus des Kultur-Hauses, da ist sich Noppenberger sicher.

Das Alleinstellungsmerkmal des Kultur-Hauses Zach ist seine Programmvielfalt. Während es in anderen Veranstaltungsräumen hauptsächlich Comedy oder Kabarett gibt, in anderen dagegen Folk- und Popkonzerte, gibt es im Hückeswagener Kultur-Haus alles das – und noch mehr. „Wir hören oft, wie vielfältig das Programm doch sei. Das ist schön und zeigt uns, dass viele Besucher genauso breit aufgestellt sind, wie es auch unser Programm ist“, sagt Noppenberger.

Neben Irish-Folk-Konzerten mit der Gruppe „Fragile Matt“, gibt es Comedy mit Rena Schwarz oder Bastian Bielendorfer, die Kulturmessen, die immer zu St. Martin und zum Hüttenzauber stattfinden, die Kinosonntage mit alten und neuen Filmen, das Kinderkino in den Ferien oder auch einmal etwas ganz Anderes, wie die singenden Mönche von „Gregorianika“ oder Theater mit dem „Wipperwagen“. Eben die ganze kulturelle Vielfalt im gemütlichen Wohnzimmer.