Para-Weltmeister im Kultur-Haus Zach Großartiger „Matze“ Mester besucht Hückeswagen

Hückeswagen · Er ist bekannt als erfolgreicher Para-Leichtathlet und talentierter Tänzer von „Let’s dance“. Am 3. Februar 2024 gastiert der 36-Jährige auf seiner Debüt-Lesereise im Kultur-Haus Zach.

 Mathias Mester, dreifacher Para-Weltmeister im Speerwerfen und Dritter von „Let’s dance“ im vorigen Jahr, kommt am 3. Februar nach Hückeswagen.

Mathias Mester, dreifacher Para-Weltmeister im Speerwerfen und Dritter von „Let’s dance“ im vorigen Jahr, kommt am 3. Februar nach Hückeswagen.

Foto: Denis' Ignatov Photography

Auch wenn er im vorigen Jahr die Staffel nicht gewonnen hatte, war Mathias Mester doch der heimliche Star der RTL-Tanzshow „Let’s dance“. Zu Beginn hatte dem kleinwüchsigen ehemaligen Leistungssportler wohl niemand zugetraut, dass er so gut und vor allem bis ins Finale tanzen kann. An der Seite der Profitänzerin Renata Lusin wurde er jedoch nicht nur zum Publikumsliebling, sondern auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Seither ist der 36-Jährige aus dem Fernsehen nicht mehr wegzudenken. So gehört der humorvolle Westfale mittlerweile zum festen Stamm der Vox-Sendung „Hot oder Schrott“ und ist Gast in diversen Shows. Mester ist aber auch unter die Buchautoren gegangen, und als solcher wird er am Samstag, 3. Februar, im Kultur-Haus Zach zu sehen und zu hören sein. Ab 20 Uhr liest er aus seinem Buch „Klein anfangen, groß rauskommen“; schon jetzt sind Karten für die Lesung zu bekommen.

Bekannt geworden ist der 36-Jährige, der eine Ausbildung zum Bürokaufmann und später noch zum Bauzeichner abgeschlossen hat, allerdings schon viel früher. War doch der nur 1,42 Meter große Mann ein sehr erfolgreicher Para-Leichtathlet. Zwar hatte „Matze“ Mester in jungen Jahren Fußball in der Kreisliga gespielt, wurde dann aber von seinem Trainer gefragt, ob er nicht an einem Probetraining der Leichtathletik-Abteilung von Bayer 04 Leverkusen teilnehmen wollte. Er tat’s – und das war, wie sich herausstellen sollte, eine wegweisende Entscheidung. Denn die dortige Trainerin Steffi Nerius, die spätere Speerwurf-Weltmeisterin von 2009, entdeckte sein Talent. Und so startete Mester, der mit Achondroplasie, einem genetisch bedingten Kleinwuchs, zur Welt kam, bei Para-Wettkämpfen im Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen.

 In der 2022er Staffel der RTL-Tanzshow „Let’s dance“ belegte Mathias Mester zusammen mit der Profitänzerin Renata Lusin den dritten Platz.

In der 2022er Staffel der RTL-Tanzshow „Let’s dance“ belegte Mathias Mester zusammen mit der Profitänzerin Renata Lusin den dritten Platz.

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

„22 deutsche Meistertitel waren ihm nicht genug“, heißt es auf der Internetseite des Kultur-Hauses Zach, wo sein Auftritt in knapp sieben Monaten bereits beworben wird. „Auch vier Europameistertitel vermochten ihn nicht zu bremsen.“ Die Liste seiner ganz großen Erfolge ist ebenfalls riesig: Mester war 2006, 2007, 2009 und 2013 Weltmeister im Speerwerfen, 2007 Weltmeister im Kugelstoßen und 2007 und 2009 Weltmeister im Diskuswerfen. Sein emotional vielleicht größter Erfolg war jedoch die Silbermedaille im Kugelstoßen bei den Paralympics 2008 in Peking. Seine letzten Titel holte Deutschlands Behindertensportler des Jahres 2007 in den Jahren 2018 und 2021 im Speerwerfen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften. Zwar wollte er noch an den Paralympics 2021 in Tokio teilnehmen, doch chronische Rückenschmerzen verhinderten die Teilnahme – drei Monate vor den Paralympics beendete er seine Sportlerkarriere.

Dass der Westfale den Schalk im Nacken hat, zeigte er etwa 2020. In den ersten Monaten der Corona-Pandemie stellte sich Mester über zwei Wochen täglich einer Wettkampfserie: Bei den „Parantänischen Spiele“ versuchte er sich in den unterschiedlichsten Leichtathletik-Disziplinen – in häuslicher Quarantäne. Aber auch bei seinen unterschiedlichen Fernsehauftritten überzeugt der 36-Jährige durch seine lockere, humorvolle und sympathische Art, die ihn etwa bei „Let’s dance“ eine große Fangemeinde beschert hatte.

So ist auch der Titel seines Buches „Klein anfangen, groß rauskommen“ zu verstehen. Darin nimmt Mester sein Publikum mit „auf einen emotionalen und immer wieder extrem witzigen Sprint durch sein Leben“, heißt es auf der Internetseite des Kultur-Hauses Zach. Bei seiner Lesung im Februar wird er zurück in seine Kindheit blicken, berichten, wie er beim Fußball für den Speerwurf entdeckt wurde, und sich erinnern, wie er in einer WG mit einem Blinden zusammenwohnte. „Und er liefert eindrucksvolle Plädoyers für Optimismus, für Lebensfreude und für den Sport, dem er so viel zu verdanken hat.“ Seine Debüt-Lesereise führt den Ex-Leichtathletikprofi durch Deutschland, Österreich und die Schweiz , wobei er auch Halt an der Islandstraße in Hückeswagen machen wird.

Karten zum Preis von 20 Euro gibt es aktuell zwar nur online, in Kürze sollen sie aber auch im Vorverkauf in der Bergischen Buchhandlung und bei Schreib- und Bastelbedarf Canoletta zu haben sein, versichert Stefan Noppenberger vom Trägerverein. An der Abendkasse, sofern es dann noch welche geben sollte, kosten die Karten 24 Euro.