Hückeswagen: Kritik an mangelnder Solidarität für Erhalt der Jugendleiter-Stelle

Hückeswagen: Kritik an mangelnder Solidarität für Erhalt der Jugendleiter-Stelle

Ohne die Unterstützung des Fördervereins "Zukunft Jugend" kann die Evangelische Kirchengemeinde ihren Jugendleiter Tobias Häde kaum finanzieren. Das war jetzt Thema der Jahreshauptversammlung.

Seit einem halben Jahr betreut Tobias Häde die Kinder und Jugendlichen in der Evangelischen Kirchengemeinde. Die Tätigkeit des hauptamtlichen Jugendreferenten ist auf zwei Jahre befristet. Rund 40 000 Euro muss die Evangelische Kirchengemeinde pro Jahr für ihn aufbringen. Angesichts sinkender Kirchensteuer-Einnahmen und hoher Kosten unter anderem für die Unterhaltung der Pauluskirche und anderer Gebäude der Gemeinde ist das aus ihrem Etat kaum zu stemmen. Deshalb wurde im Sommer 2011 der Förderverein "Zukunft Jugend" gegründet.

Mit einem jährlichen Beitrag in Höhe von 5000 Euro ist die Kirchengemeinde an Hädes Gehalt beteiligt. "Dank der vielen Spenden zum Beispiel von der Redaktion der Bergischen Morgenpost, dem Sozialfond der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen und zwölf weiteren, teils privaten Sponsoren sowie den Einnahmen mit Verkaufsständen beim Altstadtfest und dem Weihnachtsmarkt 'Hüttenzauber' werden wir den vereinbarten Finanzbeitrag für das Jahr 2012 auch vollständig überweisen können": Das sagte Kassenwart Thomas Böhm am Montagabend bei der Hauptversammlung im Gemeindezentrum Lindenberg.

Damit der Gemeinde die hauptamtlich geführte Jugendarbeit erhalten bleiben kann, muss der Förderverein für 2013 erneut einige Spendenaktionen einleiten, um so die nächste Beitragsrate für die Stelle des Jugendleiters erwirtschaften zu können. Es gibt bereits den Aufruf "250 x 5": Der Verein hofft, 250 Personen zu finden, die sich bereit erklären, die Jugendarbeit der Kirchengemeinde monatlich mit einem Spendenbeitrag in Höhe von fünf Euro zu unterstützen.

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Frauke Walder vertrat im Laufe der Versammlung die Meinung, dass einzelne Kirchengruppen auf die Aktion gezielt angesprochen werden müssen. "Warum sollten sich nicht auch Seniorenkreise gemeinsam als Sponsor melden können?", gab sie zu bedenken. Außerdem möchte sie bei Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen aktiv Werbung für die Spendenaktion betreiben.

Deutlich wurde bei der Versammlung, dass die Mitglieder die übergreifende Solidarität für den Erhalt der Jugendleiter-Stelle vermissen. "Bei 'Turm in Not" für die Erneuerung des Kirchturms der Pauluskirche erhielten wir eine beachtliche finanzielle Unterstützung – nicht nur von Gemeindemitgliedern", erinnerte Elvira Persian an die Restaurierungsaktion vor acht Jahren. Der Erhalt der hauptamtlichen Jugendarbeit in der Kirchengemeinde habe längst nicht diese hohe Bedeutung. Und Presbyter Wolfgang Heyer forderte: "Wir müssen Eltern, Großeltern und Paten zu einer höheren Spendenbereitschaft mobilisieren. Allein mit ehrenamtlichen Kräften kann die Jugendarbeit nun einmal nicht geleistet werden."

(mpa)
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